Initiativen
Lehrerverband: Bildung darf nicht weggespart werden

Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland möchte verhindern, dass die Qualität der Bildung an den Sparmassnahmen des Kantons leidet. Der Berufsverband will nun mit zwei Volksinitiativen dagegen ankämpfen.

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Als erstes soll laut dem LVB auf die Einführung neuer überkantonaler Bildungsprojekte verzichtet werden. (Symbolbild)

Als erstes soll laut dem LVB auf die Einführung neuer überkantonaler Bildungsprojekte verzichtet werden. (Symbolbild)

KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Die Flut von Volksinitiativen im Bildungsbereich steigt im Baselbiet weiter an: Gestern Abend kündete nun auch der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland (LVB) zwei Initiativen an. Präsident Roger von Wartburg begründete den Schritt mit den Worten: «Bis jetzt haben wir uns zurückgehalten, nun aber tun wir es. Und das hat damit zu tun, dass wir in grosser Sorge sind um die basel-landschaftlichen Schulen.» Der LVB wolle ein Kaputtsparen der Bildung verhindern und unvermeidliche Sparmassnahmen im Bildungsbereich in geordnete Bahnen lenken.

Mit der Initiative «Unterrichtspraxis statt Dauerreform und Bildungsbürokratie! Bildungsressourcen gerecht verteilen und für das Wesentliche einsetzen!» will der LVB Kanton und Gemeinden vorgeben, wo zu sparen ist, falls gespart werden muss. So ist als erstes auf die Einführung neuer überkantonaler Bildungsprojekte zu verzichten und die Beteiligung an laufenden solchen Projekten zu überprüfen. Mindestens drei Prozent der verbleibenden Sparmassnahmen müssen in der Bildungsverwaltung vorgenommen werden und den Rest haben die verschiedenen Schulstufen entsprechend ihrer Mehrkosten wegen Angebotserweiterungen in den letzten fünf Jahren zu tragen.

Mäuse in Schulhäusern

Grundsätzlich verlangt die Initiative aber genügend finanzielle Mittel von der öffentlichen Hand, um die Qualität der Schulbildung «nachhaltig» zu garantieren und «bedürfnisgerechte» Schulbauten zu gewährleisten. Zu Letzterem präsentierte von Wartburg Unappetitliches: Auf einen Aufruf hin hätten Lehrer von undichten Dächern, rostigem Hahnenwasser und Mäusen in Schulhäusern berichtet. Von Wartburg: «Das Tragische ist, dass nach dem ewigen Hickhack zwischen Kanton und Gemeinden um die Zuständigkeit für die Bauten auf der Sek-1-Stufe nun die finanzielle Situation den Investitionsstau weiter verschärft.»

Mit der zweiten Initiative namens «Bildungsqualität für alle sichern! Stopp dem Raubbau an der Volksschule!» wagt sich der LVB auf verfassungsrechtlich heikles Terrain: Künftig soll der Landrat nur noch mit einem ZweiDrittel-Mehr die Richt- und Höchstschülerzahlen für Klassen erhöhen, zusätzliche Kosten für den Schulbetrieb an die Eltern übertragen, die Lektionenzahl bei handwerklichen, gestalterischen und musischen Fächer senken sowie die Pflichtstundenzahlen der Lehrer erhöhen können. (hi)