Fasnacht
Liestal bietet drei Menüs für jeden Geschmack

Das «Rotstab-Cabaret», das «Flinteputzerli» und das «Rahmdäfeli» sehen sich nicht als Konkurrenz während der Vorfasnachts-Zeit.

Leif Simonsen
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Für die aufblühende Liestaler Vorfasnachtskultur findet Thomas von Arx nur lobende Worte. «Es ist super, dass es sich langsam zu einem Mekka entwickelt hat», findet er. Angst vor der zunehmenden Konkurrenz muss der Verantwortliche für die Gesamtregie beim «Rotstab-Cabaret» nicht haben. Seine Vorfasnachtsveranstaltung war in den letzten «acht bis zehn Jahren» restlos ausverkauft, wie von Arx schätzt. Vom 12. bis 17. März spielt das Ensemble quasi vor geschlossener Gesellschaft. «Falls man nicht Gönner ist, kommt man bei uns kaum an Tickets», sagt er.

Für von Arx kommt ein Umzug trotzdem nicht infrage: Der KV-Saal in Liestal habe sich bewährt. «Wenn wir an einem grösseren Ort spielen würden, würde die Mimik und Gestik in den hinteren Reihen kaum wahrgenommen», meint er.

Rap und Operette vereint

Rotstab-Schnitzelbänggler «Muserschang» habe in diesem Jahr wieder einiges im Köcher, weiss von Arx. Die Lokalpolitiker wird «Muserschang» aber auch in diesem Jahr auf die Schippe nehmen. Mit einem «feinen Sensorium dafür, was erlaubt ist und was nicht», wie von Arx betont. Mehr will er nicht verraten, gehört doch die Geheimniskrämerei im Vorfeld bereits zur Tradition des Cabarets: «Auf den Tickets werden wir nur einen vagen Themenhinweis haben.»

Als Vorfasnachtsveranstaltung der etwas anderen Art hat sich das «Flinteputzerli» in Liestal einen Namen gemacht. David Wohnlich und Franziska Badertscher werden auch im dritten Arrangement jegliche musikalischen Schranken durchbrechen. «Bei uns kommen sowohl Rap als auch eine Operette vor», gibt Badertscher einen kleinen Einblick in die breite Palette. Unter dem Motto «Denken verboten» will sie vom 1. bis 5. März in der Kulturscheune genau zum Gegenteil anregen. «Wir glauben, dass wir mit unserem Programm auch diejenigen ansprechen, die sonst nicht so fasnachtsbegeistert sind.»

Nur noch auf der Treppe Platz

Deswegen, so Badertscher, hätte man neben den anderen Vorfasnachtsveranstaltungen eine Nische gefunden. Die bewährten Traditionen werden aber auch beim «Flinteputzerli» weitergeführt. «Unser ‹Poetenäschtli› zum Schluss der Veranstaltung werden wir dem Publikum natürlich auch in diesem Jahr nicht vorenthalten.»

Für die Zukunft ist Badertscher guter Dinge: «Wir sprudeln vor Ideen und werden sicher auch in den nächsten Jahren weitermachen», meint sie stellvertretend für das Fünferteam.

Eine weitere kulturelle Bereicherung im Vorfeld der Fasnacht sind die «Rahmdäfeli» (die bz berichtete). Die regulären Tickets sind für die Shows im Palazzo (28. Februar bis 7. März) schon alle vergriffen – Platz hat es nur noch auf der Treppe. Für das «Mümpfeli Fasnacht» können sogar zwei Zusatzvorstellungen gefüllt werden. Ähnlich dem «Flinteputzerli» sucht das «Rahmdäfeli» den Vergleich mit dem grossen Rotstab-Cabaret nicht. Vielmehr sind auch hier sinnlichere und poetischere Klänge zu erwarten. Die beiden Schnitzelbänke «Ständerlampe» und «Landknächt» werden indes bestimmt für den einen oder anderen Lacher besorgt sein.