Brunnmatt
Liestal gibt Gas bei Alterswohnungen

Die Paul-Schwob-Stiftung konnte 18 Alterswohnungen einweihen. Seit letzter Woche sind nun alle Wohnungen vermietet und die ersten Mieter bereits eingezogen. Mit weiteren 66 Wohnungen folgt Tertianum in zwei Jahren.

Andreas Hirsbrunner
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Angenehmes Leben für Senioren in der «Brunnmatt»: Die beiden neuen Gebäude mit insgesamt 18 Alterswohnungen.

Angenehmes Leben für Senioren in der «Brunnmatt»: Die beiden neuen Gebäude mit insgesamt 18 Alterswohnungen.

Zur Verfügung gestellt

Dank eines Weinhändlers gibt es in Liestal seit ein paar Tagen 18 neue, attraktive Alterswohnungen. Die Verbindung: Kurz bevor Paul Schwob, der die gleichnamige Liestaler Weinhandlung in dritter Generation geführt hatte, 1972 starb, wurde die Paul-Schwob-Stiftung gegründet. Sie bemüht sich seither, Schwobs Willen, etwas für die Alten zu tun, damit sie nicht «abseits» leben müssen, umzusetzen. Nachdem die Stiftung acht Millionen Franken investiert hat, ist es nun so weit.

Stiftungsratspräsident Ernst Bronner verkündete gestern im Gemeinschaftsraum der neuen Wohnüberbauung sichtlich erleichtert: «Auf diesen Tag haben wir jahrzehntelang gewartet. Wir hätten das Projekt gerne schon lange realisiert.» Aber erst an der Arisdörferstrasse vis-à-vis des Pflegezentrums Brunnmatt stimmten die Rahmenbedingungen: Die Paul-Schwob-Stifung konnte mit der Bürgergemeinde Liestal einen Baurechtsvertrag über eine rund 2300 Quadratmeter grosse Parzelle abschliessen, die dem Pflegezentrum einst als Gemüsegarten diente und nicht mehr benötigt wurde.

Warteliste schmolz rasch

Und von einem «Abseits» kann hier auch keine Rede sein: Die Mieter der Alterswohnungen leben inmitten eines alten Liestaler Quartiers mit direktem Zugang zu einem Spielplatz, was den Generationenaustausch fördern dürfte. Direkt oberhalb der beiden dreigeschossigen Gebäude wartet der Bus, im Pflegezentrum Brunnmatt können diverse Dienstleistungen von Mahlzeiten über Wäsche- bis hin zum Reinigungsdienst bezogen werden. Entsprechend gross war der anfängliche Run auf die Alterswohnungen, die in der Regel Leuten ab 60 Jahren offenstehen. Laut Bronner bestand einst eine Warteliste mit 56 Namen, die allerdings wie der Schnee an der Sonne schmolz, als es konkret wurde. Doch seit letzter Woche sind nun alle Wohnungen vermietet und die ersten Mieter bereits eingezogen.

Obs an den Preisen liegt? Sie bewegen sich zwischen 1756 für eine 2,5-Zimmer-Wohnung und 2265 Franken für eine 4,5-Zimmer-Wohnung. Doch die Mieter erwartet auch eine Gegenleistung: Die Wohnungen sind grosszügig angelegt (73 bis 98 Quadratmeter), hell und zu hundert Prozent hindernisfrei, die Einstellhalle mit 42 Plätzen, die teils auch dem Personal des Pflegezentrums Brunnmatt dienen, ist mit dem Lift direkt zugänglich, und zwischen den beiden Häusern gibt es einen ansehnlichen Innenhof.

Die Beteiligten von der Paul-Schwob-Stiftung über die Bürgergemeinde Liestal und die Arealentwickler bis hin zum Architekten klopften sich denn auch verbal gegenseitig auf die Schultern über das gelungene Projekt. Stellvertretend dafür Bürgerratspräsident René Steinle: «Wir sind stolz und begeistert. Die beiden Gebäude sind eine Aufwertung fürs Quartier und stehen am richtigen Ort.» Und Bronner ergänzte: «Paul Schwob hätte seine Freude daran.»
Die 18 neuen Alterswohnungen ergänzen in Liestal die bestehenden 68 des Gemeinnützigen Vereins für Alterswohnungen im Oris- und Frenke-Quartier, die preislich einiges günstiger sind. Als weiterer Meilenstein kommen voraussichtlich im Oktober 2019 die 66 Alterswohnungen (und 40 Einzelpflegezimmer) vom Dienstleister Tertianum am untern Stedtli-Rand im «Rebgarten» dazu, wo die alten Gebäude eben dem Erdboden gleichgemacht worden sind.

Laut Kommunikationsleiterin Katja Hafner soll es in der Mehrheit 2,5-Zimmer-Wohnungen in einer Preisklasse um die 2000 Franken pro Monat geben, wobei die definitiven Preise noch nicht festgelegt sind. Obwohl Tertianum erst in einem Jahr mit der Vermarktung beginnen will, ist das Interesse offenbar gross. Dazu Hafner: «Wir haben schon gegen 60 Interessenten, vor allem aus Liestal und der nahen Umgebung. Wir sind sehr zufrieden.»

Für René Frei, in Liestal Bereichsleiter Sicherheit und Soziales, ist mit der Realisierung des «Rebgarten» der Bedarf an begleiteten Alterswohnungen aus städtischer Sicht für die heimische Bevölkerung vorerst gedeckt. Wobei die Begleitung bei den drei Anbietern differiert: Bei den Wohnungen im «Brunnmatt» und dereinst im «Rebgarten» besteht diese vor allem aus den Dienstleistungen des naheliegenden respektive integrierten Pflegezentrums, bei den Wohnungen des Gemeinnützigen Vereins gehört eine Siedlungsbegleiterin mit zum Konzept.