bz-Adventskalender
Liestaler Stadtführer öffnen das erste Türchen des bz-Adventskalenders

Nun beginnt wieder die Zeit der Adventskalender. Für die bz entdeckten 6 Liestaler Stadtführer vorweihnachtliche historische Geschichten hinter (fast) 24 Hausnummern im Stedtli. Heute wird das erste Türchen geöffnet.

Eva Wieser und Boris Burkhardt
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Sie kennen Liestals historische Geheimnisse (von links): Margrit Siegrist, Hanspeter Meyer, Claudia Senn-Feurer, Dominik Wunderlin, Markus Meyer (von links).

Sie kennen Liestals historische Geheimnisse (von links): Margrit Siegrist, Hanspeter Meyer, Claudia Senn-Feurer, Dominik Wunderlin, Markus Meyer (von links).

Juri Junkov

Die Weihnachtsbeleuchtung konnte Liestal nach grossem Effort für dieses Jahr doch noch retten. Aber für diesen Advent, der morgen beginnt, bietet die bz ihren Lesern im Stedtli und im ganzen Verbreitungsgebiet noch mehr vorweihnachtliche Stimmung in Form von historischen Stadtrundgängen: Für die bz suchten und fanden sechs Liestaler Stadtführer Geschichten und Anekdoten aus Liestals naher und ferner Vergangenheit, die sich hinter fast 24 Türchen (mit Ausnahme der Sonntage) des bz-Adventskalenders verbergen.

Hans Riesen, Präsident von Liestal Tourismus VVL, dem die Stadtführer lose angegliedert sind, freut sich über die bz-Adventsaktion: «Die Adventszeit bringt die Leute näher zusammen. Da spüren auch die Liestaler, dass sie eine Gemeinschaft sind.» Liestal Tourismus unterstütze alles, was das Bewusstsein schaffe, dass Liestal «ein lebendiger Ort mit grosser Vergangenheit» sei.

Historisches und Legenden

Auch die Stadtführer sind sich darüber einig, dass die heutige Kantonshauptstadt eine lebendige und bewegte Geschichte hat. «Die Vergangenheit ist geprägt von Unterdrückung», erklärt der in Liestal aufgewachsene Hanspeter Meyer. Das habe dazu geführt, dass viele Liestaler Kämpfer und Rebellen waren. Der Historiker Dominik Wunderlin bestärkt Meyers Einschätzung: «Liestal war ein Insurgenten-Nest. Die Aufständischen hatten aber immer gute Gründe, um sich zu wehren.»

Diese sind den Liestal-Experten bestens bekannt. Sie wissen genau, wie es dazu kam, dass Liestal vor der Stadt Basel eidgenössisch wurde und wieso es damals nicht unbedingt bis zur Kantonstrennung hätte kommen müssen. Die sechs Stadtführer sind aber nicht nur über die Aufstände und Trennungswirren informiert. Sie kennen auch die Details der Stadt - die Kuriositäten, Legenden und Alltagsgeschichten. Diese erzählen sie täglich im bz-Adventskalender.

Die Idee, jeden Tag eine Episode aus Liestal zu erzählen, gefällt den Stadtführern. Dominik Wunderlin ist sich aber sicher, dass auch die Leser daran Gefallen finden werden: «Die Leute haben das Bedürfnis zu wissen, was passierte.»

Türchen 1: Von Karl May im Gerichtsgebäude

Heute öffnet die bz das Türchen Nummer 1 in der Poststrasse.

Heute öffnet die bz das Türchen Nummer 1 in der Poststrasse.

Zur Verfügung gestellt

«Heute firmiert das Gebäude des Kantonsgerichtes unter der Adresse Bahnhofplatz 16: Erbaut wurde es 1853-54 allerdings als Orisschulhaus unter der Adresse Poststrasse 1. Nach dem Umbau zum Gerichtsgebäude war dort auch die Baselbieter Kantonsbibliothek eingerichtet, die bis zum Neubau 2005 dortblieb.

Die Bibliothek hatte natürlich noch einen geringeren Bestand als heute; trotzdem waren bedeutende alte Werke der Kantonsgeschichte darunter. Jugendliteratur gab es so gut wie keine, lange Zeit nur eine Originalausgabe des Gesamtwerks von Karl May in Frakturschrift.

Die Öffnungszeiten waren allerdings bis Anfang der 70er sehr eingeschränkt: Nur mittwoch- und samstagnachmittags konnten die Liestaler für zwei Stunden die ausleihbaren Bücher aus mehreren Katalogen wählen. Der zugängliche Raum der Bibliothek selbst bestand aus einem Schalter, an dem die Bücher ausgegeben wurden.

Es war eher wie beim Zahnarzt als in einer heutigen Bücherei. Geleitet wurde die Kantonsbibliothek bis 1980 vom Staatsarchivar Hans Sutter im Halbamt. Den Schalterdienst übernahmen zwei Beamte aus der Erziehungsdirektion.»

Erzählt von Dominik Wunderlin,
aufgeschrieben von Boris Burkhardt.