Nationalrat
Lobbyarbeit hat bei der Uni-Diskussion für einmal funktioniert

Der Kanton Baselland wird ein Unikanton, weil alle Parlamentarier beider Basel zusammenspannen. Gemäss Erziehungsdirektor Eymann habe sich Basel-Stadt immer sehr für die Anerkennung des Landkantons eingesetzt.

Boris Burkhardt
Merken
Drucken
Teilen
Die Uni Basel wird bald offiziell von zwei vollwertigen Universitätskantonen getragen. Bz-Archiv

Die Uni Basel wird bald offiziell von zwei vollwertigen Universitätskantonen getragen. Bz-Archiv

Für einmal haben die Baselbieter und Basler Vertreter in Bern zusammengespannt. Und sie sind überrascht über das Ergebnis: Mit 80 zu 78 Stimmen hat nach dem Ständerat gestern Morgen auch der Nationalrat die Motion angenommen, die den Kanton Baselland zu einem vollwertigen Universitätskanton machen soll. So hatte auch der Motionär, der Baselbieter Ständerat Claude Janiak (SP), nicht mehr mit einem positiven Entscheid gerechnet. Zuvor hatte sich die nationalrätliche Bildungskommission gegen das Baselbiet ausgesprochen.

Janiak möchte seinen Nationalratskollegen deshalb ein Kränzchen winden: «Sie haben gute Arbeit geleistet über alle Parteien hinweg.» Die Baselbieter CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider, die in der WBK für die Minderheit pro Baselbiet sprach, betont, dass alle Parlamentarier beider Basel «an einem Strick zogen» und die Lobbyarbeit in ihren Fraktionen «sehr gut funktionierte». Es sei «sehr schön», dass alle Baselbieter und Basler Nationalräte zusammen abgestimmt hätten.

Auch ihr SVP-Kollege Thomas de Courten fühlt sich nach eigener Aussage bestätigt, dass es sich «auszahlt, wenn zusammen lobbyiert und gearbeitet wird». Diese Tatsache, die in der Vergangenheit nachweislich nicht selbstverständlich war, ist für ihn allerdings kein «Zukunftsmodell», sondern «bereits Realität».

Besonders begrüsst der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich den Entscheid aus Bundesbern: «Als vollwertiger Partner werden wir mitentscheiden über die Schweizer Hochschullandschaft und sind von Anfang an dabei.» Der zukünftige Hochschulrat, in dem der Kanton als einer von 14 stimmberechtigt sein wird (siehe Box), sei ein wichtiges Steuerungsgremium. Wüthrich misst dem Entscheid auch innenpolitische Bedeutung bei: «Im Parlament wird es jetzt einfacher werden, die nötigen Mittel freizumachen. Die Verantwortung, die das Baselbiet für die Uni Basel hat, ist jetzt schweizweit zur Kenntnis genommen worden.» Direkte Auswirkungen auf die Uni oder die Fachhochschule habe der Entscheid jedoch keine.

Für den Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann ändert sich mit dem «frohen Entscheid» nichts: Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Uniträger-Kantonen sei jetzt schon «hervorragend». Basel-Stadt habe sich immer sehr für die Anerkennung des Landkantons eingesetzt.