Aufgeschaltet
Max Schneiders Lebenswerk geht online

Das einzigartige Archiv umfasst 2000 grossformatige Bilder und steht ab sofort kostenlos zur Verfügung. Mithilfe der Suchfunktion kann der Benutzer die Weke mach abgebildetem Ort, Entstehungsjahr oder Pinseltechnik untersuchen.

Yannette Meshesha
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Besonders bekannt war Max Schneider für seine Panoramen. Bretzwil, Nunningen, Sabel, 1999
6 Bilder
Gut 2000 Werke lassen sich im Online-Archiv nachschlagen. Nenzlingen, Ricolagarten, 1987
Darunter sind auch Skizzen zu finden. Landschafsskizze, Wald mit Wasserfall
Max Schneider
Noch zu Lebzeiten seines Vaters übernahm Florian Schneider die Sortierung seines Werkes. Ikarus
Florian Schneider: «Mein Vater hielt fest, was er sah. Von ihm habe ich gelernt, dort genau hinzuschauen, wo einen etwas berührt.» Basel, 1980

Besonders bekannt war Max Schneider für seine Panoramen. Bretzwil, Nunningen, Sabel, 1999

Max Schneider Archiv

Das Online-Archiv des 2010 verstorbenen Liestaler Künstlers Max Schneider ist aufgeschaltet. Der gelernte Architekt und Zeichner wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. Sohn Florian Schneider – Kolumnist und Liedermacher – sorgt dafür, dass die Werke seines Vaters nicht vergessen in irgendwelchen Kellergewölben verstauben. «Diese Werke haben kulturhistorische Bedeutung. Mein Vater bildete die Landschaft ab, wie sie zu seinen Lebzeiten aussah. Solche Bilder haben eine bestimmte Wirkung und eine Aufgabe.»

Die Werke sollen weiterleben

Für die von Hand gefertigten Darstellungen der Landschaft im «Föiflibertal» und Umgebung erhielt der Künstler vom Institut für Humangeografie Basel die Ehrenmitgliedschaft. Das Fortleben des Werks wird nun mithilfe des frei zugänglichen Online-Archivs gesichert. Schüler, Studenten, Lehrer und Heimatforscher sollen ihre Arbeiten kostenlos mit den ausdrucksstarken Landschaftsbildern illustrieren können. Das Archiv ist benutzerfreundlich und leicht zugänglich aufgebaut. Florian Schneider sieht die Verwendung der Bilder als ein öffentliches Recht an. Sie sollen für jeden zugänglich sein, der Interesse daran bekundet. Ausgenommen ist die kommerzielle Nutzung der Bilder. Anfragen für höher aufgelöste Bildversionen prüft und bearbeitet Schneider daher selber.

Wissenschaftliche Archivierung

Die Bilder sind im Online-Archiv nicht speziell sortiert. Sie sind umfangreich mit Schlagworten versehen, sodass die Benutzer mit Suchmaschine ihre eigene Ordnung schaffen können, sei es nach abgebildetem Ort, Entstehungsjahr oder Pinseltechnik. Das Archiv umfasst eine Sammlung von 2000 grossformatigen Bildern. Ungefähr 6000 Kleinformate sind wegen des enormen Umfangs nicht erfasst.

Das vollständige Werk des Künstlers kann jedoch im Max Schneider Werkarchiv der Stadt Liestal eingesehen werden. Der Kanton unterstützt das wissenschaftliche Archiv, das aus dem Lotteriefonds finanziert worden ist, aufgrund seiner kulturhistorischen Bedeutung. Florian Schneider ist froh, dass das Werk seines Vaters sauber abgelegt und mit dem Online-Archiv jetzt auch auf modernste Art veröffentlicht ist.

Vater und Sohn

Für Florian Schneider ist die Verpflichtung gegenüber seinem verstorbenen Vater damit erfüllt. Schon als der Künstler aufgrund seines hohen Alters die Sortierung seiner Werke nicht mehr selber vornehmen konnte, übernahm der Sohn diese Aufgabe. Die Kunst seines Vaters war für ihn eine Inspiration. «Mein Vater hielt fest, was er sah. Von ihm habe ich gelernt, dort genau hinzuschauen, wo einen etwas berührt», erzählt er.

Florian Schneider will keinen grossen Personenkult um seinen Vater aufleben lassen. «Es geht eher darum, zwischen Vater und Sohn etwas zum Abschluss zu bringen», erklärt er. Das Werk seines Vaters sei einzigartig und deshalb solle es weiterhin gewürdigt werden. Weiterleben darf auch die Heimatverbundenheit, die aus Max Schneiders Bildern und aus Florian Schneiders Liedern spricht.