Pratteln
«Mega-Anlass»: Mit 50 Formationen lärmte der Fasnachtsumzug durch das Dorfzentrum

Nach dem traditionellen Böllerschuss zeigten am Umzug 50 Formationen und über 500 Aktive, dass sie ihr Handwerk verstehen.

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Fasnacht 2018 Prattlen
13 Bilder
Die Rumpelpfyffer widmeten sich der VVL-Schnitzeljagd
Waggis „am laufenden Band“ fehlten natürlich gestern auch nicht.
Sie Süess-Winkel-Strizzi nebelten sich gleich selber ein.
Die Grossstadtchnulleri waren nicht zu überhören...
René Eichenberger (links) amtete als versierter Reporter eines lokalen Fernsehsenders.
Die Soggeschlysser waren nicht zu übersehen...
Die Voyeure waren das 20. Mal mit dabei.
Die Saggladärne überzeugten als Formation in jeder Beziehung.
Prächtige Pyffer-Zügli zeigten ebenfalls ihr grosse Können.
Die Prattler Chemie stinkte gestern gewaltig....
Die Bonsai Waggis verteilten unter anderem Jägermeister...
Das Coop-Schoggihüsli war mehrmals präsent.

Fasnacht 2018 Prattlen

Willi Wenger

In aller Bescheidenheit bezeichnete der OK-Chef Peter Lüdin die Prattler Fasnacht als einen «Mega-Anlass». Er begründete dies so: «Wir sind nach Basel die grösste Fasnacht in der Region. Was mich aber noch weit mehr freut, ist die Tatsache, dass wir über eine ausgesprochen solide Basis verfügen.»

In der Tat: Von den insgesamt 50 Cliquen stammten 43 aus Pratteln. Aber es hatte am Umzug im Dorfzentrum auch alte Kämpfer dabei, darunter mehrere Jubilare. So dokumentierten die Stägefässler (35 Jahre), die Dorfplatzrueche (30), die Wild Waggis und die Voyeure (beide 20), die Soggeschlysser (15) sowie die Barbara Clique und die Luuszipfel Waggis (beide 5) ihre Verbundenheit zur hiesigen Fasnacht.

Alle Mitwirkenden glänzten mit einer Vielfalt von Sujets. Das Gros stellte das letztjährige Prattler Jubiläumsfieber betreffend 100-jährigem Verkehrsverein ins Zentrum. «Jubiliere tuet dr Seel guet» war also klarerweise gestern bei idealen, aber kalten Fasnachtsbedingungen zu spüren — etwa bei der Sagg-ladärne, die mit 32 Pfyffer und Trommlern den 1300 Meter langen Umzug anführten. Das Coop-Schoggihüsli, das 2017 im Dorf eröffnet wurde, war mehrmals Thema des Tages. Beispielsweise bei den Makipas, die dieses gleich für sich beanspruchten:

Bim Coop schmeckts jetzt hoffentlich
nach Schoggi und Wyy,
und nit wie bi dr Ara
nach Gas vom Vieh.

Die Nachtfalter-Schränzer, die im Dorf Kultstatus geniessen, liessen sich etwas Neues einfallen. Als Gugge liefen sie teils gedrittelt und dann wieder in Grossformation. Den morgigen Fasnachtsdienstag wieder in Schwung zu bringen, war vier Gruppierungen ein Anliegen. Und wieder andere erinnerten sich an den happigen Frost im vergangen April. Die Schoreniggeli fanden diesen gar nicht lustig:

April, April, April,
dä macht bekanntlich was er will.
S letscht Johr mit grossem Übermuet.
Ä mänge Bur wird do verruckt,
sini zarte, liebe Pflanze
bechöme grusig ufe Ranze.
Dass die Prattler Chemie hin und wieder stinkt, zeigten die Ufgweckte. Als Giftmischer gaben sie Vollgas. Sie sprachen beim Värslibrünzlen Klartext:

Mir mische, rüehre und gheie
alles in Fässer
mit em Abfall versüche mir
Bode und Gwässer.
Für Mensch und Umwält
het nie Gfohr bestande,
so isches jedes Mol
in der Ziitig gschtande.

Die Rosinenpicker zeigten sich wählerisch punkto Essen:

S isch klar, dass keis von Eus
im Wallis Schlagrahm nehm,
denn das heisst jo dört
Constantin-Creme.

Zum 53. Mal, seit Bestehen des Fasnachts-OK, waren die Gaudi-Clique (Wagen), die Nachtfalter-Schränzer (Gugge), die Horngruppe Hagebächli (Wagen) und Süsswinkel-Strizzi (Wagen) dabei. Die Fasnacht endete am Abend mit dem Fackelumzug, der vom Fasnachtsfüür in den Dorfkern führte.