Casting-Show
Michèle aus Lampenberg ist die Béatrice Egli des Baselbiets

Die zwölfjährige Michèle hat am Wochenende die deutsche Castingshow «The Voice Kids 2013» gewonnen. Nun wartet erst einmal wieder die Schule. Ob sie nun ein Album aufnehmen wird, wiess die junge Sängerin noch nicht.

Oliver Maurer
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Mit ihrem Auftritt überzeugte Michèle das Publikum und die Jury.

Mit ihrem Auftritt überzeugte Michèle das Publikum und die Jury.

SAT.1/Andre Kowalski

Klein wirkte Michèle in ihrem roten Kleid, mit Zahnspange und braunem Pferdeschwanz, als sie die grosse «The Voice Kids»-Bühne betrat. Doch als sie anfing, mit ihrer tiefen Soulstimme zu singen, füllte die gerade mal Zwölfjährige aus dem Oberbaselbiet den kompletten Raum aus. So setzte sie sich prompt gegen die fünf anderen Finalistinnen und Finalisten durch. Der Song «Listen» von US-Sängerin Beyoncé, welchen sie coverte, passte perfekt zu ihrer starken Stimme, und das Publikum war begeistert. Ihr Coach Henning Wehland, Sänger der deutschen Band «die Söhne Mannheims», vergoss während ihres Auftritts sogar ein paar Tränen.

Klavier spielen und shoppen

Abseits von all dem Trubel ist das junge Schweizer Talent ein ganz normales Mädchen. «Ab heute bin ich wieder in der Schule», sagte Michèle gestern. Viele ihrer Klassenkameraden hätten den Final der Show am Fernseher gesehen und für sie angerufen. Wohnhaft ist sie im 500-Seelen-Dorf Lampenberg, das nach den Degen-Zwillingen vom FC Basel nun eine weitere Berühmtheit hervorgebracht hat.

Auch in ihrer Freizeit ist Michèle musikalisch sehr aktiv, ihre Hobbys seien neben Singen auch Klavierspielen. Das Klavierspielen sei wichtig, um eigene Lieder schreiben zu können. Eine weitere Freizeitaktivität, welcher sie gerne nachgeht, ist das Shopping mit ihren Freundinnen. Wie man vermuten kann, ist es ihr grosser Traum, einmal Sängerin zu werden und wie ihre drei Vorbilder Whitney Houston, Alicia Keys und Beyoncé auf einer Bühne zu stehen. So hat sie sogar ihr kleines Meerschweinchen nach Whitney Houston benannt. Da das Tier ein Männchen ist, nennt sie es nur Houston. Falls es mit der Gesangskarriere nicht klappen sollte, hat sie auch schon einen Plan B im Hinterkopf: Sie will Modedesignerin werden. Ihr Können in diesem Bereich hat sie auch schon unter Beweis gestellt. Denn ihr rotes Kleid aus dem Finale hat sie selber gezeichnet und designt.

Einstieg ins Musikgeschäft

Aber auch für eine Zukunft als Sängerin hat sie den Grundstein gelegt. Denn als Gewinnerin von «The Voice Kids» bekommt sie eine Ausbildungsförderung in der Höhe von rund 18 500 Franken. Zudem kann sie, wenn sie möchte, einen Plattenvertrag abschliessen, wobei die Entscheidung dazu noch bei ihren Eltern liegt.

Wohin es in Zukunft geht, wird sich zeigen. «Bis zu den Sommerferien konzentriere ich mich auf die Schule», sagt Michèle. Danach hätte sie noch einen Auftritt in Berlin zusammen mit den anderen Finalisten der Castingshow. «Ob ich danach ein Album veröffentlichen will, habe ich bis jetzt noch nicht entschieden», erzählt Michèle. Vielleicht nutzt das junge Talent sein Startkapital und verschwindet nicht wie viele Castingshow-Gewinner vor ihr von der Bildfläche, bevor sie dort überhaupt erst richtig angekommen sind.