Universität
Mit 23 Jahren erste Erfahrungen als Geschäftsleiter

Am Sprungbrett-Event in Muttenz konnten sich Studierende auf ihre Karriere vorbereiten. Regionale Grossunternehmen und die jungen Talente gingen auf Tuchfühlung.

Oliver Maurer
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Für einen Tag ein Unternehmen führen – der Sprungbrett-Event machts möglich

Für einen Tag ein Unternehmen führen – der Sprungbrett-Event machts möglich

Kenneth Nars

Cedric Tschan ist 23 Jahre alt und bereits Mitglied der Geschäftsleitung der Baloise AG. Theoretisch jedenfalls. Was klingt wie eine steile Karriere, ist in Wirklichkeit nur eine Simulation, ein Spiel. Tschan ist nicht Jungmanager, sondern Student der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Basel. Direktionsmitglied ist er nur für einen Tag, und zwar im Rahmen eines Workshops, den die Baloise AG am Sprungbrett-Event im Coop Bildungszentrum in Muttenz gestern durchgeführt hat.

Anlass findet zum achten Mal statt
Bereits zum achten Mal fand dieser Anlass statt, der von der Together AG im Auftrag der Handelskammer beider Basel sowie den Kantonen Baselstadt und Baselland organisiert wurde. Ziel der Veranstaltung ist es, regionale Grossunternehmen mit Studierenden der umliegenden Hochschulen in Kontakt zu bringen. Dabei bieten die Unternehmen spezifische Workshops an, in denen die Studentinnen und Studenten einen Einblick in die tägliche Arbeit der jeweiligen Firma erhalten sollen.
«Es geht darum, den angehenden Hochschulabsolventen ein authentisches Bild von einem potenziellen zukünftigen Arbeitsfeld zu vermitteln», erklärt Adrian Fischer, Geschäftsführer der Together AG.

«Workshop hat mich überzeugt»

Für die Unternehmen hingegen biete sich die Möglichkeit, mit Talenten in Kontakt zu treten und diese eventuell als künftige Praktikanten oder sogar feste Mitarbeiter zu gewinnen. Wirtschaftsstudent Tschan jedenfalls könnte sich gut vorstellen, später bei der Baloise AG zu arbeiten. «Ich werde mich wahrscheinlich für eine Praktikumsstelle bewerben. Der Workshop hat mich total überzeugt.»

Breites Angebot
Unter den teilnehmenden Firmen finden sich viele regionale Grössen wie zum Beispiel die Syngenta oder die Basler Verkehrsbetriebe BVB. Die Workshops reichen von der Entwicklung eines neuen Verkehrskonzepts für die Stadt Basel bis zur Ausarbeitung einer Strategie zur globalen Ernährungssicherheit.

Studenten haben anspruchsvolle Aufgaben zu lösen
Es sind anspruchsvolle Aufgaben, denen sich die Studierenden stellen müssen oder besser gesagt wollen. «Wir wollen innovative Lösungen finden und den Unternehmen zeigen, dass wir fähig sind, ein kompliziertes Problem effizient anzupacken», sagt Marina Morawietz (24) Studentin des International Management an der Fachhochschule Nordwestschweiz.
In kleinen Gruppen diskutieren die Studentinnen und Studenten die Fragestellung, suchen nach Lösungsansätzen und stellen diese dann im Rahmen einer kleinen Präsentation vor. Dabei könnte es durchaus vorkommen, dass eine Unternehmung einen besonders gelungenen Vorschlag gleich in die Tat umsetzt.
In erster Linie geht es aber darum, dass die jungen Leute mit potenziellen künftigen Arbeitgebern in Kontakt treten können. Der Event sei sozusagen ein «Schnuppertag», meint Fischer. Studierende und Unternehmen beschnuppern sich gegenseitig, bevor sie weitere Schritte in Richtung einer allfälligen Zusammenarbeit unternehmen.