Strafgericht
Mit dem Geld vom Taxiraub ins Puff - Gefängnis für Räuber-Bruderpaar

Zwei Brüder aus Pratteln hatten vor zwei Jahren einen Taxifahrer ausgeraubt und das Geld für einen Ausflug in ein Bordell verwendet. Der Ältere hatte zusätzlich eine Volg-Filiale überfallen. Er muss nun ins Gefängnis. Der Jüngere kommt mit einer Bewährungsstrafe davon.

Patrick Rudin
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Der Ältere der beiden muss ins Gefängnis. (Symbolbild)

Der Ältere der beiden muss ins Gefängnis. (Symbolbild)

Martin Töngi

Zwei eigentlich unzertrennliche Brüder erhielten gestern ihre Urteile: Der 25-Jährige sitzt noch eine Weile weiter im Gefängnis, der 23-Jährige ist knapp daran vorbeigekommen.

Das Brüderpaar hatte sich im August 2010 spätabends per Taxi vom Barfüsserplatz nach Hause in die Prattler Längi fahren lassen. Dort angekommen, hielt der Ältere den Taxifahrer von hinten fest, der Jüngere schnappte sich das Portemonnaie, daraufhin rannten sie weg - allerdings hinterliessen sie auf dem Rücksitz eine halb leere Whiskyflasche mit ihren Fingerabdrücken. Mit den erbeuteten 1000 Franken fuhren sie mit einem anderen Taxi wieder nach Basel und gingen ins Puff.

Beide Brüder hatten während der Hauptverhandlung erklärt, sie wollten dem Taxifahrer nun je 400 Franken zurückbezahlen. Solche Gesten waren allerdings die Ausnahme: Vor Gericht verhielten sich die beiden wie gelangweilte Teenager und grinsten vor allem während des Vortrages der Staatsanwältin um die Wette.

Unbedingte Strafe

Der Ältere hatte rund ein Jahr später die Volg-Filiale in Möhlin ausgeraubt und dabei eine Kassiererin kräftig in ein Regal gestossen. Wegen mehrfachen Raubes (sowie diverser weiterer Delikte) verurteilte ihn das Gericht daher gestern zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten. Er sitzt bereits im Strafvollzug und hat sich dort auch schon einen zweifelhaften Leumund erworben: Weil man ihm wegen diverser Regelverstösse den Fernseher aus der Zelle nahm, holte er sich beispielsweise kurzerhand den Fernseher aus dem allgemeinen Aufenthaltsraum.

Ein Gutachten attestierte ihm eine sogenannte «Adoleszenzdelinquenz» im Sinne einer gestörten Persönlichkeitsentwicklung und empfahl eine Massnahme in einer Therapieeinrichtung. «Zwecklos mangels Motivation», lautete dazu allerdings das Fazit von Gericht und Staatsanwaltschaft, zumal der Mann auch durchblicken liess, dass er sogar Geldbussen lieber absitzen statt bezahlen möchte.
Unklar blieb eine Schlägerei im Musikpark A2 in Münchenstein im Oktober 2009, an der beide Brüder beteiligt waren - die Zeugenaussagen waren derart widersprüchlich, dass das Gericht hier zu Freisprüchen kam.

Der Jüngere zeigt mehr Reue

Der jüngere Bruder schlägt sich mit Temporärarbeit durch, laut dem Gericht sei auch seine Reue in Bezug auf den gemeinsamen Raub «glaubhafter als beim Bruder». Er kam daher mit einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten auf Bewährung davon. Unter anderem hatte er versucht, in der Schulanlage in Magden Drogen zu verkaufen. Seine Probezeit wurde auf das gesetzliche Maximum von fünf Jahren verlängert. Beide Urteile können noch weitergezogen werden.