Feldscheunen
Mit den Feldscheunen verschwindet auch ein Stück Heimat

Seit den 60er-Jahren weichen zunehmend die Feldscheunen aus der Landschaft: Intensivierte Landwirtschaft gefährdet die Kulturdenkmäler im Baselbiet, ein Verein konnte jedoch bereits einige sanieren.

Sebastian Moos
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Traumhafte Aussichten oberhalb der Rosenmatt bei Titterten.
29 Bilder
Ein Schmuckstück ganz einsam - Die Grosse Weid bei Arboldswil.
Und nochmals - Die Feldscheune Hornet oberhalb von Bennwil
Eine besondere Perle ist das Wildenstein Bächli bei Bubendorf
Hölstein Gürbeln/Chapf, ein Heuschürlein von 1678.
Mit ihnen verschwindet ein Stück Heimat: Die Baselbieter Scheunen
Entzückt jeden Zimmermann - Gürbeln, Chapf bei Hölstein
Einfach Konstruktionen, die lange halten - Heuschürlein Gürbeln, Chapf bei Hölstein
Der Kalk-Verputz der Holdenwei Hölstein hält seit Jahrhunderten
Noch gilt der Bagger nicht der Feldscheune - bald schon könnte die Feldscheune mitten im Hölsteiner Industriegebiet jedoch abgerissen werden
Die Feldscheune mitten im Hölsteiner Industriegebiet wird wohl bald abgerissen
Feldscheunen bieten Lebensraum für Tiere - Vogelnest Im Rieden Arboldswil
Überall Spuren des Verfalls - Holdenweid Hölstein
Viele Felscheunen, wie hier bei Bubendorf, sind lauschig gelegen
Zimmermanskunst beim Gürbeln, Chapf in Hölstein
Zeugen längst vergangener Landwirtschaftsformen - Holdenweid Hölstein
Hölstein Gürbeln/Chapf, ein Heuschürlein von 1678.
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Stabile, mit dem Beil aus dem Stamm geschlagene Balken stützen das Dach der Holdenweid Hölstein - Zum Teil sind noch jahrhundertealte Inschriften der Bauleute zu lesen
Spuren des Verfalls zeigen sich bei der Rosenmatt Titterten
Auf den Ziegeln der Feldscheune Wildenstein Bächli bei Bubendorf sind noch die Handstriche erkennbar
Die Rosenmatt bei Titterten gehört zu den grösseren Exemplaren
Zeugnis von Zimmermanskunst und vernachlässigter Nutzung - Die Rosenmatt bei Titterten
Idylle und Romantik pur versprüht die Rosenmatt bei Titterten
Ein Beispiel, das noch heute genutzt wird - Im Löchli Bennwil, 1731 erbaut
Einsam im Tal gelegen - Eichbüchel ob den Weiden bei Bennwil
Die Feldscheune Hornet oberhalb von Bennwil
Und nochmals - Die Feldscheune Hornet oberhalb von Bennwil
Einfach und schlau gebaut überdauern die Feldscheunen Jahrhunderte.

Traumhafte Aussichten oberhalb der Rosenmatt bei Titterten.

Sebastian Moos

Die intensivierte und rationalisierte Landwirtschaft und der Siedlungsdruck beeinflussen das Gesicht der Baselbieter Kulturlandschaft tiefgreifend. Einst prägende Elemente wie Hochstammbäume, Zäune oder Trockenmauern verschwinden. Die Landschaft wird grossflächiger und monotoner.

Einsam im Tal gelegen - Eichbüchel ob den Weiden bei Bennwil

Einsam im Tal gelegen - Eichbüchel ob den Weiden bei Bennwil

Sebastian Moos

Heimat, Folklore und Identität
Die 75 Mitglieder des Vereins Baselbieter Feldscheunen setzen sich meist ehrenamtlich für Erhalt und Unterhalt dieser Kulturdenkmäler ein. Seit der Gründung 2010 hat der Verein vier Scheunen notfallmässig gesichert. Die Feldscheune Kastelen bei Titterten sanierte er für nicht ganz 40 000 Franken komplett. In diesem Jahr will sich der Verein den Scheunen Aleten in Tecknau und Ebnet in Eptingen widmen.

Eine besondere Perle ist das Wildenstein Bächli bei Bubendorf

Eine besondere Perle ist das Wildenstein Bächli bei Bubendorf

Sebastian Moos
Die Feldscheune Hornet oberhalb von Bennwil

Die Feldscheune Hornet oberhalb von Bennwil

Sebastian Moos

Feldscheunen sind fast in allen Gemeinden des Baselbiets per Zonenplan Landschaft geschützt. Das Problem ist aber, dass den Besitzern oft die finanziellen Möglichkeiten und Anreize fehlen, die Scheunen zu sanieren. Neue Formen der Nutzung sind schwierig, weil die Zonenpläne nur erlauben, die Scheuen landwirtschaftlich zu nutzen. Zwei Scheunen dienen heute bereits als Mobilfunkverteilstationen. Zentner steht vor der Feldscheune «Rosenmatt» oberhalb von Titterten und lässt den Blick über die einmalige Landschaft schweifen: «Hier oben wären im Sommer Schlafen im Stroh, Seminare oder Biologie-Unterricht mit Schulklassen denkbar.» Im Winter soll allerdings weiterhin die Landwirtschaft walten.

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