Gesundheit
Mit Rap-Musik gegen Depressionen

Mit einer neuen Kampagne will der Kanton Basel die Menschen für psychische Krankheiten wie Depressionen oder Burnout sensibilisieren.

Hans-Martin Jermann
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Jede zweite Schweizerin und jeder zweite Schweizer leidet im Leben mindestens einmal unter Depressionen. Betroffen sind – entweder persönlich oder über Verwandte oder Bekannte – also praktisch alle. Dennoch ist das Wissen über psychische Störungen in der Bevölkerung gering und sind die Vorurteile entsprechend gross. «Es ist für viele einfacher, über einen Beinbruch als über ihren Gemütszustand zu reden», bringt es der Basler Gesundheitsdirektor Carlo Conti auf den Punkt.

Stress, Burnout, Depressionen

Mit einem neuen Aktionsprogramm will der Kanton Basel-Stadt nun Tabus brechen: Geplant ist eine Plakatkampagne sowie eine Informationsbroschüre, welche die Bevölkerung sensibilisieren soll. Daneben gibts eine Veranstaltungsreihe mit Referaten, Improvisationstheater, Filmen und einem Rapmusikprojekt, die sich ganz den Themen Stress, Burnout und Depression verschrieben hat. Schliesslich soll das neu gegründete Netzwerk Fokus Psychische Gesundheit die bestehenden Institutionen unter einem Dach vereinen und deren Aktivitäten bündeln.

Rang 2der häufigsten Krankheiten

Das Thema Psychische Gesundheit gerät zunehmend in den Fokus von Gesundheitspolitikern: Die Belastung am Arbeitsplatz und im sozialen Umfeld nimmt zu. Immer mehr Menschen könnten mit diesem Druck nicht mehr umgehen, führt Conti aus. Bis 2020 werden Depressionen weltweit auf Rang zwei der häufigsten Krankheiten liegen (nach den Herzkrankheiten). In der Schweiz treten psychische Störungen im internationalen Vergleich überdurchschnittlich auf – und noch stärker in Städten wie Basel.