Mitarbeiterbefragung
Baselbieter Regierung verspricht klare Verbesserungen fürs Staatspersonal

Bis Ende Jahr sollen Arbeitsgruppen zuhanden der Regierung in den vier Handlungsfeldern konkrete Massnahmen erarbeiten. Dies als Folge der Mitarbeiterbefragung vom September 2020.

Bojan Stula
Merken
Drucken
Teilen
Vergangene Zeiten: Grosskundgebungen wie 2015 in Liestal gegen die Arbeitssituation beim Kanton kommen jetzt noch kaum jemandem in den Sinn.

Vergangene Zeiten: Grosskundgebungen wie 2015 in Liestal gegen die Arbeitssituation beim Kanton kommen jetzt noch kaum jemandem in den Sinn.

bz-Archiv/Nicole Nars-Zimmer

Im September 2015 strömten Hunderte wütender Kantonsangestellter zur Grossdemo nach Liestal, um gegen die verschlechterten Arbeitsbedingungen zu protestieren. Im Mai 2018 demonstrierte eine Hundertschaft Unzufriedener vor dem Regierungsgebäude gegen den Abbau von Pensionskassenleistungen.

Ende 2020 zeichnet die Befragung aller Mitarbeitenden des Kantons Baselland ein völlig anderes Bild. Sechs von zehn Kantonsangestellten haben im vergangenen September ihre Fragebogen ausgefüllt und eingesandt. Die im November 2020 publizierten Ergebnisse «zeigen insgesamt ein erfreuliches Bild mit einer hohen Zufriedenheit bei den Arbeitsinhalten und einem guten Arbeitsklima in den Teams».

Brief an alle Mitarbeitenden des Kantons

Dies bekräftigt die Baselbieter Regierung in einem Brief, der gestern Mittwoch an alle der rund 9300 Kantonsangestellten ging. Wichtiger noch: Im Brief kündigt Regierungspräsident und oberster Personalchef Anton Lauber konkrete Folgemassnahmen an. So hätten sich in den vergangenen Monaten Mitglieder aller Teilorganisationen und Arbeitnehmendenverbände mit den Resultaten befasst und der Regierung Vorschläge für Verbesserungen gemacht.

Diese wiederum bildeten die Grundlage für vier Handlungsfelder, welche die Regierung vordringlich via Arbeitsgruppen weiterbehandeln will. So sollen bei der Entlöhnung, der Personalentwicklung, dem Arbeitsplatz und dem Vertrauen in die übergeordnete Führung «Verbesserungen für alle Mitarbeitenden des Kantons angestrebt werden».

Viele Lehrpersonen mit Arbeitsplatz unzufrieden

Die allgemeine Akzeptanz der Anstellungsbedingungen hält die Regierung für gut. Allerdings könnte «die Zufriedenheit mit der Leistungsgerechtigkeit des Lohns sowie mit den Sozial- und Lohnnebenleistungen höher sein». Darum soll in einem ersten Schritt die Lohnsituation vertieft untersucht werden.

Ebenso gebe es bei den Entwicklungsperspektiven der einzelnen Angestellten «klares Verbesserungspotenzial». Es müssten die bestehenden Aufstiegsmöglichkeiten besser bekannt gemacht sowie neue geschaffen werden. Dies könne auch über die Ausweitung oder den Wechsel individueller Aufgabengebiete erfolgen.

Bei der Situation am Arbeitsplatz fällt die «auffallend kritische Beurteilung durch Lehrpersonen auf». Auch hier brauche es aber zuerst genauere Abklärungen.

Beim Vertrauen in die übergeordnete Führung nimmt sich die Regierung selber in die Pflicht: Sie will noch stärker «mit Mitarbeitenden aller Stufen kommunizieren», um ihre Entscheide nachvollziehbarer zu machen.