Ständerat
Mitteparteien wollen mit eigenem Kandidaten antreten

Die Baselbieter Parteipräsidenten sind sich einig: SVP-Mann Caspar Baader kann Claude Janiaks Sitz nicht gefährden. Baader habe kaum Chancen, von der CVP unterstützt zu werden, meint etwa CVP-Präsidentin Sabrina Mohn.

Alessandra Paone
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Caspar Baader will ins Stöckli. (Archiv)

Caspar Baader will ins Stöckli. (Archiv)

Wenn Blocher ruft, muss Caspar Baader folgen: Die Ständeratskandidatur des Gelterkinder SVP-Nationalrats ist im Baselbiet für niemanden eine grosse Überraschung. Auch für die SP nicht, die ihren im Jahr 2007 eroberten Sitz im Stöckli verteidigen muss. Die Sozialdemokraten steigen mit ihrem bisherigen Ständerat Claude Janiak ins Rennen.

«Die SVP ist konsequent und bringt ihr bestes Pferd im Stall.» SP-Parteipräsident Martin Rüegg nimmt die Kandidatur des «SVP-Topshots» ernst. Die Partei habe offenbar nach dem Sieg von Adrian Amstutz gegen Ursula Wyss von der SP bei der Ständerats-Ersatzwahl im Kanton Bern «Blut geleckt».

Dennoch glaubt der Oberbaselbieter Landrat nicht, dass Baader den SP-Sitz gefährden kann. Janiak habe sich in Bern bewiesen – nicht zuletzt auch als Präsident der Geschäftsprüfungskommission. Dort habe er nicht immer einfache Geschäfte behandelt.

Rüegg freut sich auf die Auseinandersetzungen mit der SVP während des Wahlkampfs: «Das wird sicher spannend.» Gespannt ist der SP-Präsident auch auf die Reaktion der bürgerlichen Parteien. CVP-Präsidentin Sabrina Mohn hat diesbezüglich eine klare Meinung: «Für mich ist Caspar Baader nicht wählbar.» Dies dürfte auch die Haltung der Parteibasis sein.

Zu oft hat Baader in seiner Funktion als Fraktionspräsident im Nationalrat gegen die CVP geschossen. Baader habe kaum Chancen, von der CVP unterstützt zu werden, meint Mohn.

Angesichts der Situation drängt sich nun für die Mitte-Parteien eine eigene Kandidatur auf. Mohn wird in den nächsten Tagen mit der GLP, BDP und EVP Kontakt aufnehmen. Auch mit der FDP, die eine Allianz mit der SVP nicht a priori ausschliesst, sollen Gespräche geführt werden. Mohn: «Wir müssen uns beeilen, denn die Nominationsveranstaltung der CVP findet bereits am 5. Mai statt.»

Michael Herrmann lässt sich aber nicht in die Karten blicken. «Wir halten uns alle Optionen offen», sagt der FDP-Parteipräsident bezüglich einer Allianz mit der SVP. Auch der Druck, den die SVP mit grosser Wahrscheinlichkeit auf die Mitteparteien ausüben wird, beeindruckt ihn wenig. Es gehe nun in erster Linie darum, alle möglichen Szenarien durchzuspielen.

Und das letzte Wort habe dann sowieso der Parteitag. Der Gelterkinder Landrat ist sich durchaus bewusst, dass Baader auch innerhalb der FDP als Hardliner gilt. Ihn zu unterstützen könnte zu weiteren parteiinternen Krisen führen.

Deutlich gelassener nehmen die Grünen Caspar Baders Kandidatur zur Kenntnis. Parteipräsident Philipp Schoch misst dem SVP-Politiker keine Chancen bei. «Janiak ist zu stark. Er hat ein sehr breites Wählersegment. Das hat Baader nicht.» Ausserdem könne er FDP und CVP nicht hinter sich vereinen. «Die CVP wählt nie im Leben Baader.»