Liestal
Moïra beherrscht nun das Astronauten-Training

Zur Wiedereröffnung im vollständig modernisierten Museum.BL fanden sich zahlreiche Besucherinnen und Besucher ein. Im «Musée surprise» war zwischen 10 und 18 Uhr Hochbetrieb sowie Staunen, Ausprobieren, Zuhören, Basteln und Diskutieren Trumpf.

Regina Erb
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Ein Mädchen bestaunt während des Eröffnungsfestes ein Modell des Sonnen-systems.

Ein Mädchen bestaunt während des Eröffnungsfestes ein Modell des Sonnen-systems.

Solothurner Zeitung

Im Rahmenprogramm begeisterten neben vielen anderen Künstlern die Singstimmen Baselland, der Handörgeler Werner Aeschbacher aus Bützberg und der Zauberer Magic Thomy. Die künstlerische Leitung lag in den bewährten Händen von Dalit Bloch und Daniel Buser. Der neue Leiter des Museum.BL, Marc Limat, und die Kuratorinnen sowie zahlreiche freiwillige Helfende strahlten um die Wette. Weil erstens die Sonne schien, ein kilometerlanger Wurstgrill gestürmt wurde und im Gebäude so manche Trouvaille zu entdecken war.

Von der Erde weit entfernt. Den Zugang zur gelungenen Ausstellung «3,2,1... Start – einmal Weltall und zurück» bewältigten die Kids anhand eines Computerspiels, das blitzartiges Reagieren erforderte. Mit einem so genannten Logbuch ausgestattet, machte sich Jung und Alt auf die Reise durch die Galaxis. Während die vife Moïra auf beweglichen Platten geschickt balancierte, erfuhr sie von der Mama, dass solche Übungen ein Pflichtprogramm für Astronauten sind. Umlagert war vor allem das simulierte Hubbleteleskop unter dem Museumsdach, das Einblick in die Milchstrasse mit ihren 100 Milliarden Sternen gibt.

Erinnerungen an den schönsten Tag

Fotografien von Hochzeitspaaren aus den Jahren 1880 bis 1925 erinnerten die älteren Museumsbesucher an ihren schönsten Tag. Und ebenso bewegend waren die Erzählungen von Enkelinnen und Enkeln, die das teilweise karge Leben von Oma und Opa schilderten. Ein Stück Zeitgeschichte wurde wieder lebendig und liess aufhorchen, weil die vermeintlichen Fortschritte im täglichen Leben auch Nachteile hatten.

Die Dauerausstellung über den Aufstieg und den Niedergang der Seidenband-Industrie zeigt die Industrialisierung der einst auch im Baselbiet weit verbreiteten und florierenden Posamenterei. Ratternde Webstühle und wunderschöne Produkte faszinierten die Besucher. In ihrer schmucken Baselbieter Alltagstracht berichtete Monique Martin über das leider ausgestorbene Handwerk. Sie konnte anhand von Protokollen belegen, dass in der Blütezeit der Posamenterei die Frauen (wen wunderts?) weniger verdienten als ihre Kollegen.

Für die 9-jährige Ronja und die 8-jährige Lara aus Lupsingen war der Museumsbesuch «megalässig», wie sie betonten. Ebenso begeistert äusserten sich die etwa 2000 Vernissagegäste.

Jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr sind die grossen Webstühle in Betrieb, und parallel dazu läuft der legendäre Film «Die letzten Heimposamenter». www.museum.bl.ch