Zwist unter Bildungsdirektoren
Monica Gschwind: «Es obliegt der FDP, über den Inhalt zu informieren»

Die Baselbieter Regierungsrätin Monica Gschwind wehrt sich gegen Angriffe ihres Basler Noch-Amtskollegen Christoph Eymann.

Bojan Stula
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«Die Diskussionen müssen nun geführt werden, und das ist nicht immer einfach.» Monica Gschwind, Baselbieter Bildungsdirektorin (FDP)

«Die Diskussionen müssen nun geführt werden, und das ist nicht immer einfach.» Monica Gschwind, Baselbieter Bildungsdirektorin (FDP)

Juri Junkov/Fotograf

Gar nicht diplomatisch äusserte sich der scheidende Basler Bildungsdirektor Christoph Eymann (LDP) in einem am Donnerstag publizierten Interview in der «Tageswoche». Gegen seine Baselbieter Amtskollegin Monica Gschwind (FDP) richtet Eymann schwere Vorwürfe. Gschwind habe «eine Vertrauensbasis verletzt», indem sie ihn nicht über die von ihrer FDP in Auftrag gegebene Studie zu den Sparpotenzialen bei der Uni Basel informiert habe. «Es hätte schon gereicht, wenn Monica Gschwind mir gesagt hätte: ‹Hier ist etwas unterwegs, mehr kann ich noch nicht sagen.› Ich habe es aber aus der Presse erfahren respektive 30 Minuten vorher von der Baselbieter FDP die Unterlagen dazu bekommen», wird Eymann zitiert.

Unter Gschwinds sozialdemokratischen Vorgängern Peter Schmid und Urs Wüthrich sei die Zusammenarbeit viel offener und vertrauensvoller gewesen: «Das war tatsächlich ein grosser Unterschied zum letzten Jahr, das ich mit Monica Gschwind erleben durfte», sagt Liberaldemokrat Eymann. Gegenüber der bz nimmt die Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektorin zu den Vorwürfen Stellung.

Frau Gschwind, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie das Interview mit Christoph Eymann in der «Tageswoche» gelesen haben?

Monica Gschwind: Dass man am Ende einer 16-jährigen Regierungsratstätigkeit mit etwas Wehmut zurückblickt und gerne alle Geschäfte erledigt haben möchte, ist verständlich, aber leider nicht immer realisierbar. Ich habe meinen baselstädtischen Kollegen Christoph Eymann in der direkten Zusammenarbeit stets als höflich und professionell erlebt.

Was entgegnen Sie auf seine nun geäusserte Kritik, Sie hätten das gegenseitige Vertrauensverhältnis zerstört?

Ich weise diese Kritik entschieden zurück. Ich habe im Rahmen der Unirats-Sitzungen mehrfach mündlich darauf hingewiesen, dass die FDP bezüglich Sparmassnahmen der Uni Basel aktiv werden würde.

Haben Sie Herrn Eymann auch über die von der Baselbieter FDP in Auftrag gegebene Studie informiert?

Ich habe im vergangenen Herbst von dieser Studie erfahren. Da sie von der Partei in Auftrag gegeben wurde, obliegt es auch ihr, über den Inhalt zu informieren.

Weshalb war der Umgang mit Herrn Eymann so problembeladen?

Dass sich in dem heute veränderten Umfeld – mit der verschärften Finanzlage des Kantons Baselland – zwangsläufig unterschiedliche Positionen ergeben, ist normal. Die Diskussionen müssen nun geführt werden, und das ist nicht immer einfach.

Wie und wann geht es jetzt in Sachen Universität mit der neuen Basler Regierung weiter?

Der Verhandlungsprozess zur Universität Basel läuft seit Anfang 2016. Den inhaltlichen Schwerpunkt bildet vorderhand die Leistungsperiode 2018 bis 2021, sodass idealerweise spätestens bis Ende des Jahres 2017 Einigkeit bezüglich des inhaltlichen und finanziellen Rahmens bestehen sollte.

Und die Besetzung? Welchen Anspruch richten Sie an Christoph Eymanns Nachfolger Conradin Cramer?

Die Verhandlungen führen auf Seite Baselland Regierungsrat Anton Lauber und ich, auf Seite von Basel-Stadt Regierungsrätin Eva Herzog, und neu wird wohl Conradin Cramer diese Aufgabe von Christoph Eymann übernehmen. Auf jeden Fall müssen die Verhandlungen nahtlos und mit Hochdruck weitergehen, damit wir einen guten Weg finden, welcher für die Universität Basel gangbar und im Landrat mehrheitsfähig ist.

Das Interview wurde schriftlich geführt.