Arisdorf
Monika Gygli und ihre Gaststätte leiden unter dem Rauchverbot

Die bz war zu Gast bei Monika Gygli im Restaurant Linde in Arisdorf. Ihre Spezialität ist das Walliser Safran-Risotto und das Walliser Schnitzel. Beide Rezepte habe sie während ihrer Zeit im Wallis gelernt.

Simon Tschopp
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Monika Gygli: «Wir haben einen Menüpass.»Simon Tschopp

Monika Gygli: «Wir haben einen Menüpass.»Simon Tschopp

Was ist speziell an Ihrer Gaststätte?

Monika Gygli: Sie befindet sich mitten im Dorf und sollte Anlaufpunkt für die Dorfbevölkerung sein. Ich betone: sollte. Dies ist leider rückläufig, weil die meisten Leute, die nach Arisdorf ziehen, nur wegen des Autobahnanschlusses hier wohnen. Und nicht, weil Arisdorf ein schönes Dorf ist. Ein weiterer Pluspunkt unseres Restaurants ist die grosse Terrasse, die im Sommer zum Essen und Trinken im Freien einlädt.

Weshalb lohnt sich ein Besuch in Ihrem Restaurant?

Unser Lokal ist gemütlich. Im Sommer kann man draussen eine feine Glace oder einen feinen Coupe geniessen – und den Vögeln zuschauen. Wir haben eine grosse Voliere. Das ist immer interessant.

Bieten Sie eine Besonderheit an?

Walliser Safran-Risotto, Walliser Schnitzel. Diese Angebote entspringen meiner 21-jährigen Tätigkeit als Gastwirtin im Wallis.

In welcher Preisklasse bewegen sich Ihre Menüs?

Wir haben normale Preise und bieten über Mittag jeweils ein Salatbuffet und zwei Menüs an. Diese kosten 15 und 17 Franken – mit Suppe, Salat vom Buffet und Dessert. Wir sind auf die Arbeiter ausgerichtet. Menüs à la carte, beispielsweise Entrecote oder Kalbssteak, gibt es bis 36 Franken.

Erfüllen Sie auch Spezialwünsche?

Ja. Wenn jemand einen Gemüseteller will, mache ich das gerne. Der Gast muss dann halt einfach eine halbe Stunde warten. Aber das nimmt er in diesem Fall gerne in Kauf. Oder zum Beispiel eine Käseschnitte oder Omelette.

Zur Person

Monika Gygli ist seit 2002 Pächterin des Restaurants Linde in Arisdorf. Sie beschäftigt eine Person im Service, ihre zwei Töchter helfen nach Bedarf mit. Die Gaststätte hat von Montag bis Freitag offen.

Haben Sie viele Stammgäste?

Über Mittag kehren viele Leute, die in der Umgebung arbeiten, regelmässig bei uns ein. Sie kommen immer wieder. Wir haben einen Menüpass: Das 13. Menü ist gratis. Aus dem Dorf haben wir nur wenige Stammgäste. Vereine kommen, aber die sind auch rückläufig. Als man im Restaurant noch rauchen durfte, war der grosse Tisch in der Mitte immer voll. Raucher sind die besseren Gäste, sie bleiben sitzen und reden. Das Rauchverbot hat viel kaputt gemacht. Wenn fünf Gäste an einem Tisch sind und während des Gesprächs zwei davon hinausgehen, um zu rauchen, wird das Gespräch unter- oder abgebrochen. Dann ist der Faden gerissen.

Weshalb sind Sie Gastwirtin geworden?

Weil ich Freude daran habe und gerne koche. Ganz früher hatte ich zwei kleine Kinder, war alleinerziehend und musste den Lebensunterhalt bestreiten. Damals war ich im Wallis tätig und machte das Wirte- und Hotelpatent. Ich hatte für die Abende eine Serviertochter angestellt. Dank ihr konnte ich dann diese Zeit mit meinen Kindern verbringen. Als alleinerziehende Mutter war es das Naheliegendste, im selben Gebäude zu arbeiten und zu wohnen. Meine Kinder möchten aber nie wirten.

Was gefällt Ihnen an Ihrem jetzigen Beruf?

Der Kontakt zu den Leuten. Diese muss ich kennen. Ich könnte überall wohnen und überall arbeiten, aber ich muss die Sprache verstehen, muss reden mit den Leuten. In einer Stadt könnte ich nie sein. Dort hat man Laufkundschaft und keinen persönlichen Kontakt zu den Gästen. Dies ist für mich aber wichtig. Ich höre den Leuten gerne zu, exponiere mich jedoch nie mit meiner Meinung.

Gibt's auch Schattenseiten?

Ich hätte gerne, wenn in meinem Restaurant mehr liefe. Die Zeit ginge dann schneller vorbei. Hin und wieder werde ich gefragt, wie lange ich noch wirten wolle. Darauf antworte ich: «Wenn ich alleine hier sitze, die Tür aufgeht, ich sehe, wer hereinkommt und ich mir dann sage: ‹Muss jetzt der auch noch kommen.› Wenn mir so was das erste Mal durch den Kopf geht, dann ist Zeit zum Aufhören.»

Lässt sichs gut leben als Gastwirtin?

Nicht mehr. Aber ich habe fünf Zimmer, die ich wochen- oder monatsweise an Leute vermiete. Da sind die Selbstkosten tief. Dank dem kann ich bestehen.