Deponiesanierung
Muttenzer Feldreben-Deponie soll ab 2013 saniert werden

Die mit Chemikalien belastete alte Deponie Feldreben in Muttenz soll ab 2013 saniert werden. Ein genehmigungsfähiges Projekt dazu will die Baselbieter Regierung Ende 2012 vorliegen. Derzeit laufen vorbereitende Detailuntersuchungen.

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Feldreben-Areal: Auf der Deponie befinden sich Gewerbebetriebe,Parkplaetze,das Zollamt, Speditionsfirmen und Schulen.

Feldreben-Areal: Auf der Deponie befinden sich Gewerbebetriebe,Parkplaetze,das Zollamt, Speditionsfirmen und Schulen.

Martin Töngi

Die Regierung entschied am Dienstag, dem realleistungspflichtigen Amt für Liegenschaftsverkehr eine fachkundige Bauherrenvertretung zur Verfügung zu stellen. Dieser Auftrag sei der CSD Ingenieure AG erteilt worden. Die Aufsicht über die Sanierung nehme das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) wahr.

Um Interessenkonflikte bei den Behörden zu vermeiden, hat die Exekutive im Weiteren entschieden, dass das ausführende Amt für Liegenschaftsverkehr direkt dem Vorsteher der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion rapportiert. Das AUE hingegen gehört zur Bau- und Umweltschutzdirektion.

Zwei Kommissionen seien vorgesehen: eine Konsultativkommission mit allen Parteien, die für die Sanierungskosten aufkommen, namentlich die chemisch-pharmazeutische Industrie, die beiden Basel sowie die Einwohnergemeinde Muttenz, und daneben eine Begleitkommission für interessierte Gruppen wie Anwohner oder Umweltschutzorganisationen.

Priorisierung

Das AUE soll in den nächsten Wochen in Abstimmung mit dem Bundesamt für Umwelt Ziele und Dringlichkeit der Feldreben-Sanierung festlegen. Das Sanierungsprojekt solle Varianten beinhalten.

Die Kosten für die Grundwasserüberwachung bei den Muttenzer Deponien Rothausstrasse und Margelacker sowie zur Erarbeitung eines Sanierungsprojekts bei der Deponie Feldreben liegen gemäss früheren Schätzungen bei rund 3,4 Mio. Franken.

Die Kosten der eigentlichen Sanierung werden indes erst klar, wenn das Projekt dazu vorliegt. Dann wird eine Kooperationsvereinbarung dafür zwischen den Trägern auszuhandeln sein.

Die drei Muttenzer Deponien sind seit Jahren ein Politikum - dies vor allem auch, seit im benachbarten Trinkwassergewinnungsgebiet Hard Chemikalienspuren im Wasser gefunden wurden. Initiativen der Grünen, die die Totalsanierung der Deponien samt Kostenüberwälzung auf die Chemie wollten, wurden aber 2010 vom Volk verworfen.