Notkonzept
Nach dem Felssturz unter Wasserfallen fehlt in Titterten das Wasser

Die Gemeindebewohner mussten drei Tage lang Wasser sparen. Denn letzte Woche stürzten in Reigoldswil zwischen dem Hof Stöckmatt und dem Tunnel Felsstücke auf die Wasserfallen-Strasse. Dieser Felssturz legte die Trinkwasserversorgung in Titterten lahm.

Andreas Hirsbrunner
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Titterten Wasserversogung
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In Titterten ist nach einem Felssturz die Wasserversorgung kaputt gegangen. Im Vordergrund der Überlauf des Reservoirs.

Titterten Wasserversogung

Nicole Nars-Zimmer niz

Das hat Titterten noch nie erlebt: Ein Felssturz auf dem Bann von Nachbar Reigoldswil legte ab Donnerstag die eigene Trinkwasserversorgung lahm. Als Folge aktivierten die Behörden das Notwasserkonzept. Dabei mussten unter anderem 55 Kubikmeter Trinkwasser per Lastwagen von Oberdorf nach Titterten gekarrt werden. Die Bevölkerung selbst wurde per Flugblatt zum Wassersparen aufgerufen. Erst seit gestern Morgen funktioniert die Wasserversorgung wieder normal.

Was ist passiert? Letzte Woche stürzten zwischen dem Hof Stöckmatt und dem Tunnel Felsstücke auf die Wasserfallen-Strasse. Das sei so noch nie vorgekommen, sagt der Reigoldswiler Gemeindepräsident Urs Casagrande. Der Grund dafür sei, dass Wasser ins rissige Kalkgestein floss, wegen der Kälte gefror und dabei das Gestein wegsprengte.

Die von Reigoldswil aufgebotenen Spezialisten reinigten darauf den Fels oberhalb der Strasse von losem Gestein. Dabei fiel am Donnerstag ein weiterer Brocken hinunter – direkt auf die hier nicht allzu tief im Boden verlaufende Wasserversorgungsleitung von Titterten. Diese führt in direkter Linie Quellwasser vom Wasserfallengebiet ins rund 400 Höhenmeter tiefer gelegene 400-Seelen-Dorf. Die Leitung barst, und in Titterten fiel in der Folge der Wasserdruck zusammen.

Am Sonntag zweiter Rohrbruch

Sofort habe man sich auf die Suche nach dem Leck gemacht und dieses repariert, sagt der Titterter Gemeindepräsident Heinrich Schweizer. Doch offenbar sei beim Leck ein Stein in die Leitung geraten, der diese verstopft habe. Also öffnete man am Samstag die Leitung erneut, entfernte den Stein und spülte sie durch. Am Samstagabend konnte die Leitung dann in Betrieb genommen werden, und die Titterter Wasserversorgung funktionierte ab Sonntagmorgen wieder normal.

Doch schon am Sonntagnachmittag folgte der nächste Rohrbruch. Schweizer schildert diesen so: «Wenn eine Wasserleitung geflutet und gelüftet wird, gibt das Rückschläge. Ein solcher Rückschlag führte dann zum zweiten Bruch.» Am Sonntagabend war dann auch dieser Bruch ein paar Meter oberhalb des Hofs Stöckmatt behoben. Auch wenn seit Montagmorgen in Sachen Wasser in Titterten wieder alles normal läuft, warnt Schweizer: «Es besteht in den nächsten Tagen ein etwas erhöhtes Risiko von weiteren Brüchen. Deshalb steht unsere Wasserversorgung derzeit unter spezieller Beobachtung.»

Glück hatte man dagegen auf der Wasserfallen-Strasse: Der Felssturz verletzte niemanden, wie der Reigoldswiler Gemeindepräsident Casagrande sagt. Auch sei die Strasse mittlerweile wieder befahrbar. Dies allerdings mit einem eher mulmigen Gefühl – eine Tafel warnt vor weiterem Steinschlag. Pech ist, dass ausgerechnet jetzt die periodische Revision der Luftseilbahn von Reigoldswil auf die Wasserfallen stattfindet. Wer sicher hinaufkommen will, setzt deshalb aufs Wochenende; dann fährt die Gondelbahn. Oder auf die Wanderschuhe.