«Donnschtig-Jass»
Nach dem Fernseh-Sieg kommen die Arlesheimer doch noch in Festlaune

Kommenden Donnerstag haben die Arlesheimer Teilnehmer beim «Donnschtig-Jass» auf dem Domplatz Heimvorteil. Aber erst seit dem Gewinn gegen die Kontrahenten aus Frenkendorf ist die Vorfreude riesig in der Baselbieter Gemeinde.

Christian Gentsch
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Die Arlesheimer Jasser im Einsatz.

Die Arlesheimer Jasser im Einsatz.

Screenshot SRF

Die Euphorie über die Teilnahme an der SRF-Sendung «Donnschtig-Jass» mussten sich die Arlesheimer Jasser zuerst verdienen. «Als wir im Februar angefangen haben zu planen, war das Interesse der Bevölkerung sehr klein. Es war äusserst schwierig, gerade Jugendliche für das Ausscheidungsturnier zu finden», sagt Jürg Seiberth, Kommunikationschef des Organisationskomitees.

Seit dem vergangenen «Donnschtig-Jass» in Uznach SG hat sich die Stimmung gekehrt. «Sehr viele Arlesheimer sind nach Uznach gereist, um unsere Jasser zu unterstützen. Besonders die organisierten Carfahrten waren gut besetzt, auch mit vielen Jugendlichen», fügt Seiberth hinzu. Die Arlesheimer Jasser konnten sich zur Freude der Mitgereisten deutlich durchsetzen und damit die beliebte SRF-Jass-Sendung auf den heimischen Domplatz holen.

Unbeliebte Fronarbeit

Den Festbetrieb planen und führen die ortsansässigen Vereine durch. Federführend dabei sind der Musikverein und Männerchor. Beat Marti, Präsident des Musikvereins, und Markus Ribi vom Männerchor sind die treibenden Kräfte und müssen im Vorfeld zahlreiche organisatorische Arbeiten bewältigen. Besonders die Rekrutierung von Freiwilligen habe sich schwierig gestaltet. «Bis zum vergangenen Donnerstag sah die Lage diesbezüglich noch prekär aus», sagt Ribi und führt aus: «Doch seit es klar ist, dass die Sendung bei uns im Dorf stattfindet, hat sich dieses Problem erledigt.» Die Kultur der Fronarbeit verschwinde je länger je mehr.

Es werde immer schwieriger, motivierte Menschen zu finden, die unentgeltlich für eine gute Sache arbeiteten. Viele der angefragten Helfer hätten sich erst am Donnerstag nach dem Sieg in Uznach gemeldet und ihre Hilfe angeboten. Sogar Helfer aus der umliegenden Region hätten in der Euphorie bei ihnen angefragt. «Bei einem Spaziergang im Kaiseraugst wurde mir von einem Passanten spontan seine Hilfe angeboten», erzählt Marti. Vorher sei die Stimmung in der Bevölkerung eher gleichgültig gewesen; aber jetzt sei die Vorfreude und Euphorie im Dorf und den umliegenden Gemeinden zu spüren. «Donnschtig-Jass» ist überall das Thema Nummer eins.

Erfahrungsgemäss rechnet das SRF mit bis zu 4000 Personen. Die Arlesheimer Organisatoren sehen das pessimistischer. Sie schätzen, dass zirka 2000 Personen kommen werden, «denn das Super-League-Spiel des FC Basel gegen den FC St. Gallen wird uns sicher noch einige Zuschauer kosten», sagt Marti. Ursprünglich wollten die Arlesheimer Marco Streller als prominenten Gast präsentieren, jedoch mussten sie seit der Veröffentlichung des Spielplans kurzfristig umdisponieren und eine andere bekannte Persönlichkeit aus der Region aufbieten.

Nun wird die Schauspielerin und Kabarettistin Caroline Rasser auftreten, die Inhaberin des Basler Theater «Fauteuil und Tabourettli» und Enkeltochter von Alfred Rasser alias HD Läppli ist. Laut dem OK-Präsidenten Christoph John stellen die Veranstalter auf dem Domplatz einen Festbetrieb für 1 800 Personen auf. Der Gemeindepolizist Stefan Fiechter empfiehlt, aufgrund der begrenzten Anzahl Parkplätze mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Arlesheim anzureisen.