Baselbieter CVP
Nach der Lehrerin der Ökonom: Marc Scherrer ist neuer CVP-Präsident

Die Baselbieter CVP hat einen neuen Präsidenten: An der Generalversammlung vom Donnerstag wählten die Mitglieder Marc Scherrer zum Nachfolger von Sabrina Corvini-Mohn. Da er der einzige Kandidat war, war diese Wahl nur Formsache.

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Marc Scherrer: «Das C in unserem Parteinamen darf nicht abgeschafft werden, obschon ich mich gewiss nicht zum konservativen Parteiflügel zähle.» (Archivbild)

Marc Scherrer: «Das C in unserem Parteinamen darf nicht abgeschafft werden, obschon ich mich gewiss nicht zum konservativen Parteiflügel zähle.» (Archivbild)

Martin Töngi

Wenn Marc Scherrer am kommenden Dienstag seinen 28. Geburtstag feiert, dann tut er das als neuer Präsident der Baselbieter Christdemokraten. Die CVP-Generalversammlung wählte ihn am Donnerstagabend in Aesch mit Applaus zur Nachfolgerin von Sabrina Corvini-Mohn; diese gibt ihr Amt nach viereinhalb Jahren aus familiären Gründen ab. Der Wirtschaftsstudent aus Laufen war der einzige Kandidat, der sich für den Präsidentenstuhl beworben hatte. Seine Wahl war darum nur Formsache.

Wenn ein 28-Jähriger eine 29-Jährige im Amt beerbt, dann kann gewiss nicht von einem Generationenwechsel gesprochen werden. Eine Neuausrichtung der Parteispitze wird dieser Wechsel aber bestimmt bewirken. Scherrer will sich künftig verstärkt für Themen der Wirtschaft und des Gewerbes einsetzen - getreu seiner bisherigen Ausbildung und beruflichen Tätigkeit. Neben dem Wirtschaftsstudium in Luzern, das er diesen Sommer mit dem Master abschliessen möchte, arbeitet er bereits zu 100 Prozent als Finanzplaner bei der Manor. Daneben präsidiert Scherrer in einer seiner vielen nebenamtlichen Tätigkeiten den Gewerbeverein KMU Laufental.

Corvini dagegen hätte sich wegen ihres Lehrerberufs automatisch mehr den Sozial- und Gesellschaftsfragen gewidmet, würdigte Scherrer das Wirken seiner Vorgängerin: «Sie hat wie ein erfahrener Kapitän die Partei in schwierigen Zeiten um alle Klippen herumgeführt.»

Gleichzeitig dementierte der neue Präsident in seiner Wahlrede, dass die CVP unter ihm einen Linksrutsch erfahren werde, wie dies in einzelnen Medienberichten vorausgesagt worden war. Er werde allen Strömungen innerhalb der Partei offen gegenüber stehen und ein besonderes Augenmerk auf die Wertediskussion richten. «Das C in unserem Parteinamen darf nicht abgeschafft werden, obschon ich mich gewiss nicht zum konservativen Parteiflügel zähle.»

Zuerst muss sich der bisherige Vizepräsident in parteiinterne Fragen stürzen und den neuen Vorstand einarbeiten. Mit Béatrix de Sury, Regula Steccanella (Grellingen), Emanuel Trueb (Pratteln) und Remo Oser (Röschenz) wurden vier neue Mitglieder in den Vorstand gewählt. «Danach stehen bereits die Wahlen 2015 auf dem Programm», blickt Marc Scherrer seiner ersten grossen Bewährungsprobe im neuen Amt entgegen. (bos)

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