Allschwil
Nach der peinlichen Panne: 6 von 7 Sitzen sind besetzt

Das Wahl-Chaos in der Gemeinde Allschwil ist behoben: Gemäss Neuauszählung vom Montagabend können sechs der sieben Gemeinderatssitze besetzt werden. Ganz ohne Pannen ist indes auch die Neuauszählung nicht abgelaufen.

Hans-Martin Jermann
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Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli ist am Sonntag mit dem besten persönlichen Resultat wiedergewählt worden

Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli ist am Sonntag mit dem besten persönlichen Resultat wiedergewählt worden

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Nach der peinlichen Wahlpanne wegen des falsch berechneten absoluten Mehrs sind in Allschwil sämtliche Wahlzettel zu den Gemeinderatswahlen vom Wochenende nochmals ausgezählt worden. Am Dienstagmorgen teilte die Gemeinde nun das definitive Ergebnis mit: Demnach können entgegen der Falschmeldung vom Sonntagabend sechs der sieben Sitze besetzt werden. Gewählt sind mit folgender Stimmenzahl: Nicole Nüssli (Gemeindepräsidentin, FDP, 2179), Christoph Morat (SP, 2045), Robert Vogt (FDP, 2045), Franz Vogt (CVP, 2025), Thomas Pfaff (SP, 1974) und Philippe Hofmann (CVP, 1671).

Resultat erneut falsch übermittelt

Auf den Plätzen sieben bis neun liegen Patrick Lautenschlager (SP, 1325), Roman Klauser (SVP, 1225) und Henry Vogt (SVP, 988). Aus diesem Trio wird wohl im zweiten Wahlgang vom 10. April ausgemacht, wer den siebten Sitz in der Exekutive besetzt. Abgeschlagen auf den weiteren Plätzen liegen Tobias Schläpfer (EVP, 557) und Roland Naef (LDP, 501). Gemäss Aussagen von Wahlbüromitgliedern gegenüber der bz zählte das Wahlbüro vom Montagnachmittag, 16 Uhr, bis tief in die Nacht hinein.

Bei sämtlichen Kandidierenden hat sich das Ergebnis der Nachzählung gegenüber jenem vom Sonntag bloss um einzelne Stimmen verändert, was als normal gilt. Allerdings: Ganz ohne Panne ist die Neuauszählung nicht abgelaufen. Am Dienstagmorgen meldete das Wahlbüro zunächst, SVP-Kandidat Henry Vogt habe wie sein Parteikollege Roman Klauser 1225 Stimmen erhalten, was ein Zuwachs von über 200 Stimmen gegenüber der ersten Auszählung am Sonntag bedeutet hätte. Erst eine neuerliche Medienmitteilung - also quasi die Korrektur der Korrektur - förderte zutage, dass es sich dabei um einen Übermittlungsfehler gehandelt hat.

Absolutes Mehr viel tiefer

Das Allschwiler Wahlbüro meldete am Sonntagabend ein absolutes Mehr von 2226 Stimmen. Demnach wäre im ersten Wahlgang kein einziger der Kandidierenden gewählt worden. Noch am Sonntagabend wurde das Ergebnis von Vertretern der SP und CVP in Zweifel gezogen. Am Montag stellte sich dann heraus, dass das absolute Mehr tatsächlich falsch berechnet worden ist: Das Wahlbüro zog beim Ausrechnen nur die komplett leeren Wahlzettel in Betracht, nicht aber einzelne leer gelassene Linien auf ansonsten ausgefüllten Listen. Dadurch erhöhte sich das absolute Mehr. Tatsächlich liegt es aber mit 1477 Stimmen weit tiefer.