Binningen
Nach erneutem Bruch: Die 100-jährige Wasserleitung wird 2019 saniert

Das Loch am Höhenweg im Binninger Villenquartier ist grösser denn je. Gleich zweifach brach das Rohr mit Baujahr 1923 am Donnerstag erneut, kaum war es geflickt. Gemeinde und IWB ziehen die Gesamtsanierung nun gleich um drei Jahre auf nächsten Sommer vor.

Michael Nittnaus
Drucken
Teilen
Rohrbruch in Binningen
3 Bilder
So sah das Loch noch vor einer Woche aus:
Der Wasserrohrbruch am Höhenweg hob erst die Strasse an und weichte den Grund auf. Als sogar ein Saugbagger einsank, war klar: Hier wird gesperrt.

Rohrbruch in Binningen

Michael Nittnaus

Als ob es noch einen weiteren Beweis gebraucht hätte, dass die uralte Wasserleitung am Binninger Höhenweg dringend ausgewechselt werden muss: Der Rohrbruch vom Freitag vor einer Woche, der die Strasse instabil gemacht hatte, sollte eigentlich bis heute Samstag komplett repariert und die Strasse wieder befahrbar sein. Doch als die geflickte Leitung am Donnerstag von den Industriellen Werken Basel (IWB) wieder mit Wasser gefüllt wurde, brach das Rohr mit Baujahr 1923 nur ein paar Meter daneben ein weiteres Mal – und das gleich an zwei Stellen.

Ganzer Hitzetag ohne fliessend Wasser

Die Folge: Das Loch musste wieder ausgehoben und um mehrere Meter die Strasse hoch verlängert werden. Natürlich musste auch das Wasser wieder abgestellt werden. Zwei Hydranten mit Wasserhahn sorgten für die nötigste Versorgung der betroffenen 14 Haushalte. «Wir hatten am Donnerstag von 8 Uhr morgens bis 21 Uhr abends kein fliessend Wasser», erzählt Manon Berger, als die «Schweiz am Wochenende» einen Augenschein nimmt. Als Bewohnerin des Höhenwegs 10 hat Berger den Rohrbruch direkt vor ihrer Haustüre und ist am stärksten betroffen. Durch den ersten Bruch schwemmte es Wasser und Schlamm in ihren Keller. Noch immer modert es und die Entfeuchter laufen auf Hochtouren.

Höchste Priorität hatte für die IWB, die Wasserversorgung wieder instandzusetzen, wie Sprecher Erik Rummer sagt. Nun, da dies gelungen ist, fordern die Anwohner eine rasche Gesamtsanierung des Höhenwegs. «Wenn nicht bald eine längerfristige Lösung aufgezeigt wird, werde ich mit einem Vorstoss Druck machen», sagt etwa der Binninger Einwohnerrat Stefan Appenzeller (SP), der als Bewohner der Hausnummer 13 selbst betroffen ist.

Nur ein Drittel wird saniert

Und siehe da: IWB und Gemeinde entschieden gestern, wie es weitergeht. Am Montag wird ein neues Leitungsstück eingebaut und dieses Mal extra schonend mit Wasser gefüllt. Am Freitag soll die Strasse befahrbar sein. Viel wichtiger ist aber: Die Gesamtsanierung des Höhenwegs zwischen Hasenrain und Neusatzweg wird massiv vorgezogen. In diesem Drittel sind die Leitungen am ältesten und bereiten die meisten Probleme. Statt 2021/22 wird hier bereits ab Sommer 2019 saniert. Neben den Wasserleitungen wird mindestens auch der Strassenbelag erneuert.

Das bedeutet freilich mehrere Monate Verkehrsbehinderungen am Höhenweg. «Ich hoffe schon, dass die Anwohner sich dann nicht über die Baustelle beschweren», sagt Rummer. Doch hält die Leitung überhaupt noch ein Jahr? Hier kann Rummer nichts versprechen. Denn: «Ganz ausschliessen kann ich weitere Rohrbrüche nicht.»