Abstimmung
Nach Nein zu Eisweiher Plus: Junioren des FC Oberwil duschen weiterhin daheim

Nach dem Nein zu Eisweiher-Überbauung ist unklar, was mit den dortigen Sportanlagen passiert. Für den FC Oberwil sind sie ungeeignet.

Michel Ecklin
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Die Sportanlagen auf dem Eisweiher stammen aus den 1980er-Jahren und genügen heutigen Ansprüchen nicht mehr. Kenneth Nars

Die Sportanlagen auf dem Eisweiher stammen aus den 1980er-Jahren und genügen heutigen Ansprüchen nicht mehr. Kenneth Nars

Kenneth Nars

Im März 2015 jubelten die Oberwiler Fussballer noch. «Wenn alles klappt, kann der FC Oberwil ab 2018 auf dem Entenwuhr mit einer neuen Infrastruktur rechnen», teilte der Fussballclub überschwänglich mit. Die Gemeindeversammlung hatte eine Viertelmillion Franken genehmigt, um die Verlegung der Fussballanlagen zum Gebiet Entenwuhr zu planen. Die fast 40 Jahre alten Anlagen beim Eisweiher hätten die Fussballer verlassen können. Dort sind die Garderoben so knapp bemessen, dass sich die Junioren draussen umziehen und daheim duschen müssen. Zudem entspricht die Grösse des Spielfelds nicht mehr den Normen des Fussballverbandes.

Doch nach dem deutlichen Nein der Oberwiler Stimmberechtigten zum Projekt Eisweiher Plus am Sonntag tönt Vereinspräsident Alessandro Giangreco deutlich nüchterner. «Wir befinden uns in einem Vakuum», so beurteilt er die Lage. Denn er ist gar nicht sicher, wann seine Fussballer unter anständigen Bedingungen kicken können – und ob das überhaupt eines Tages der Fall sein wird.

Steuerfinanzierte Sportanlage

«Mit der Genehmigung des Planungskredits für die Entenwuhr hat der Gemeinderat zwar grundsätzlich den Auftrag erhalten, dort Sportanlagen zu bauen», sagt Gemeinderat Christian Pestalozzi. Doch der neue Platz – Kosten rund zehn Millionen Franken – hätte mit der Überbauung des Langmannwerks finanziert werden sollen – was nach dem Volksnein am Sonntag vom Tisch ist. «Die Gemeindeversammlung hätte der Planung einer steuerfinanzierten Anlage kaum zugestimmt», meint Pestalozzi.

Eines möchte er vermeiden: In der Entenwuhr neue Sportfelder bauen und die alten Anlagen brach liegen lassen. Der Unterhalt koste, «und wir finden keinen Bauern, der dort seine Schafe weiden lassen will». Der Gemeinderat will daher als Erstes klären, was mit den bestehenden Fussballfeldern beim Eisweiher geschehen soll. Erst, wenn das Areal dort frei sei, könne man über eine weitere Nutzung nachdenken. Und im Abstimmungskampf sei der Wille der Gegner mehrdeutig geblieben. «Einige wollen im Eisweiher gar nichts ändern und die Sportanlagen belassen, andere wollen einen grossen Park, andere wollen eine kleine Überbauung.»

Deshalb sieht er die Gegner von Eisweiher Plus in der Pflicht, Vorschläge zu machen und konstruktiv mitzuarbeiten. «Die Kritik ist doch überall im Dorf», entgegnet Landrat Pascal Ryf (CVP), der sich gegen Eisweiher Plus eingesetzt hat, aber nicht grundsätzlich gegen eine Neunutzung der Talsohle ist. «Der Gemeinderat hat sie bisher nur nicht wahrgenommen.» Themen auf dem Eisweiher sind für ihn neben der Sportplatzverlegung die Erweiterung des Schulhauses, das Jugendhaus und die Zusammenführung der Verwaltung. Doch auch er sieht es als sinnvoll an, wenn der Gemeinderat jetzt in aller Ruhe über die Bücher geht.

Dieser könnte ungefähr Ende dieses Jahres erste Ideen über das weitere Vorgehen präsentieren. Bis dann tatsächlich etwas gebaut wird, werden wohl mehrere Jahre verstreichen. Die Fussballer müssen sich also noch einige Saisons lang mit einer alten Infrastruktur begnügen.

Klar ist in der vertrackten Situation nicht mal, ob eine Zwischenlösung für die Fussballer in Frage kommt. «Für einige Jahre in alte Anlagen zu investieren, lohnt sich nicht», sagt Pestalozzi. Ryf hingegen hält das für sinnvoll, «es wäre nicht so teuer». Und der desillusionierte Vereinspräsident Giangreco hält seine Ansprüche tief und meint: «Wir könnten mit zusätzlichen Garderoben in Containern leben.»

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