Allschwil
Nach schweren Vorwürfen: Dieter Pfister schmeisst Bettel hin

Dieter Pfister beugt sich der Kritik an der Art, wie er die Allschwiler Gemeindeverwaltung geführt hat. Per Ende Jahr legt er den Job nieder.

Julia Gohl
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Dieter Pfister (ganz links) tritt auf Ende Jahr als Gemeindeverwalter zurück. (Archiv)

Dieter Pfister (ganz links) tritt auf Ende Jahr als Gemeindeverwalter zurück. (Archiv)

Andres Linder

Dieter Pfister verlässt die Gemeindeverwaltung Allschwil per Ende Jahr. Das teilte der Allschwiler Gemeinderat gestern Abend mit. «Nach seiner Rückkehr vor zwei Jahren war Dieter Pfister mit dem Ziel angetreten, die Gemeindeverwaltung Allschwil für die grossen Herausforderungen der Zukunft fit zu machen», heisst es in der Mitteilung. «Die Erkenntnis, dass massgebende Stellen und Personen diesen Weg nicht zusammen mit ihm gehen wollen und eine sach- und fachorientierte Zusammenarbeit schwierig ist, beeinflusste den Entscheid.»

Im Mai hat die bz Vorwürfe publik gemacht, die Gemeinderäte und Verwaltungsangestellte an den Gemeindeverwalter richteten. Es war unter anderem darum die Rede davon, dass Angestellte verängstigt seien und nicht mehr schlafen könnten. Hinter vorgehaltener Hand wird in Allschwil von einer Abschussliste gesprochen, auf die sich Mitarbeitende mit kritischen Voten gegenüber dem Verwalter manövrieren könnten. Viele Angestellte arbeiten im Hintergrund mit Anwälten zusammen oder haben Rechtsschutzversicherungen abgeschlossen. Dies unter anderem deshalb, weil sie sich nach fragwürdigen Entlassungen davor fürchten, ebenfalls die Stelle zu verlieren.

Die bz berichtete über zwei fragwürdige Kündigungen: In einem Fall musste eine Mitarbeiterin gehen, weil ihre Stelle abgebaut wurde. Kurze Zeit später wurde jedoch eine fast identische Stelle zu besseren Lohnkonditionen ausgeschrieben und an eine Vertraute Pfisters vergeben. Eine fristlose Kündigung musste die Gemeinde später in eine ordentliche Kündigung umwandeln.

Auch Gemeinderäte taten gegenüber der bz ihr Unbehagen kund. Sie sprachen davon, dass der Verwalter Informationen zurückbehalte und versuche, politisch Einfluss zu nehmen. Später veröffentlichte die Gemeinde eine Stellungnahme, in der es hiess, die betroffenen Gemeinderäte würden ihre Aussagen wieder zurückziehen und sich für diese entschuldigen.

Vertrauter von Präsidentin Nüssli

Die Berichterstattung zu den Vorgängen auf der Verwaltung hat ein politisches Nachspiel. Die SP hat bereits eine kleine Anfrage im Einwohnerrat eingereicht, in der sie Auskunft über diverse undurchsichtige Abläufe verlangt. Nun doppelt LDP-Einwohnerrat Roland Naef nach. Er reichte jüngst vier weitere kleine Anfragen ein. Er möchte unter anderem wissen, wie es zur Anstellung Pfisters kam und welche Voraussetzungen er für die Stelle als Verwalter mitbringe. Auch hier wurden Zweifel laut: Es sei von Anfang an klar gewesen, dass Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli (FDP) ihren langjährigen Vertrauten Pfister für die Stelle vorsehen würde, obwohl extra eine externe Firma mit der Suche nach einem Verwalter beauftragt wurde. Gemeindepräsidentin Nüssli war gestern Abend für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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