Oberwil
Nach Virus-Mutation an Baselbieter Schule: Kommt heute die Maskenpflicht für die Jungen?

Im Baselbiet wurde erstmals eine mutierte Corona-Variante registriert, betroffen ist auch ein Kind, das die Primarschule Thomasgarten in Oberwil besucht. Die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion will nun die Maskenpflicht auf die fünften und sechsten Primarschulklassen ausweiten - über einen entsprechenden Antrag soll der Regierungsrat heute Dienstag entscheiden.

Kelly Spielmann
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Das Schulhaus Thomasgarten, wo ein Kind positiv getestet wurde.

Das Schulhaus Thomasgarten, wo ein Kind positiv getestet wurde.

Nicole Nars-Zimmer

Schülerinnen und Schüler aus dem Kindergarten sowie den ersten bis dritten Klassen des Schulhauses Thomasgarten in Oberwil, deren Lehrpersonen und alle Familienmitglieder: Sie alle – laut Fabienne Romanens, Mediensprecherin der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD), ein dreistelliger Personenkreis – müssen sich seit gestern Coronatests unterziehen lassen.

Grund ist eine mutierte Covid-Variante, die am vergangenen Freitag erstmals im Baselbiet auftauchte. Eine Frau hatte sich damit infiziert. So auch mehrere ihrer Familienmitglieder – darunter ein Kind, das die Primarschule Thomasgarten besucht. Die betroffenen Personen befinden sich in Isolation, die Klassenlehrperson und Klassenkameraden des Kindes sowie deren Familienmitglieder in Quarantäne.

Fernunterricht noch immer Ultima Ratio

Situationen wie diese gilt es künftig zu vermeiden – besonders, weil die Virus-Mutation als ansteckender als die reguläre Corona-Variante gilt und die Schliessung von Schulen oder der Umstieg auf Fernunterricht im Baselbiet noch immer als Ultima Ratio betrachtet wird.

Die Ansage von Bildungsdirektorin Monica Gschwind soll deshalb Wahrheit werden: Vergangene Woche hat sie in der Landratssitzung angekündigt, dass eine Einführung der Maskenpflicht in der fünften und sechsten, je nach Verlauf der Fallzahlen auch in der dritten und vierten Primarstufen möglich sei. Bei der BKSD hiess es damals noch, es würden vorerst keine neuen Massnahmen getroffen. Mit den aktuellsten Entwicklungen hat sich dies jedoch geändert.

Der Regierungsrat entscheidet noch am Dienstag

Wie Romanens bestätigt, soll die Maskenpflicht für Fünft- und Sechstklässler schon bald eingeführt werden. Für eine Ausweitung der Maskenpflicht auf Kinder unter 12 Jahren sei jedoch eine Anpassung der geltenden kantonalen Covid-Verordnung notwendig. «Die BKSD hat dem Regierungsrat einen entsprechenden Antrag gestellt», sagt Romanens. «Bei einer Annahme würde das Schutz- und Organisationskonzept für die Volksschule aktualisiert und eine Maskenpflicht für die 5. und 6. Klassen der Primarschule ausgesprochen.» Der Regierungsrat hat am Dienstag seine wöchentliche Sitzung – ein Entscheid, ob bald auch jüngere Schüler mit Masken in den Unterricht müssen, dürfte noch am Dienstag vorliegen.

Weiter sei auch die Abgabe von sogenannten FFP2-Masken an Lehrpersonen aller Stufen in Diskussion. Je nach Ergebnis der Massentests könnten weitere Massnahmen geprüft werden, so Romanens. Die Speicheltests, die von einer mobilen Equipe in der Turnhalle durchgeführt werden, sollen am Dienstag um 16 Uhr abgeschlossen sein. «Um sicherzustellen, dass in diesem Rahmen keine Begegnungen stattfinden, werden die Zeitfenster entsprechend gelegt.»

Zehn Fälle in Basel-Stadt, fünf davon an Schulen

Im Stadtkanton gab es bereits zehn Fälle des mutierten Virus, wie Anne Tschudin, Sprecherin des Gesundheitsdepartements, auf Anfrage sagt. An Schulen waren fünf Personen betroffen; drei Schüler und zwei Lehrpersonen. «Ein aktueller, noch aktiver Fall ist uns derzeit nicht bekannt», so Tschudin.

Auf die Frage, ob die Massnahmen an Schulen verschärft würden, antwortet Simon Thiriet, Sprecher des Basler Bildungsdepartements, dass man die Lage täglich zusammen mit den Gesundheitsdiensten beobachte. Auch bei den Diskussionen der Direktorenkonferenz sei man dabei, die wiederum mit dem Bundesrat Massnahmen bespricht. Aber: «Wir sind der Meinung, dass – wenn immer möglich – einheitliche und nationale Massnahmen die beste Lösung sind.»

Protest am Gym Liestal

Eine Mehrheit der Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Liestal fordert die sofortige Umstellung auf Fernunterricht. Dies habe eine Umfrage der Schülerorganisation ergeben; die Gratiszeitung «20 Minuten» berichtete am Montag darüber. Insbesondere in der engen Mensa sei es unmöglich, die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten.

Deshalb nehme die Angst vor einer Ansteckung unter der Schülerschaft zu, bestätigen Vertreterinnen der Schülerorganisation auf Anfrage des «Regionaljournals» von SRF. Rektor Thomas Rätz beklagt seinerseits in einer Stellungnahme die lasche Maskentragdisziplin unter der Schülerschaft. (bz)