Baselbiet
Nächstes Jahr wird Liestal «Schweizer Genussstadt»

Tobias Eggimann, Geschäftsführer von Baselland Tourismus und OK-Mitglied der Baselbieter Genusswoche 2015, über die Zusammenarbeit mit Anbietern und die nächste Genusswoche.

Simon Tschopp
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Die Manor gibt in Liestal Törtchen aus im Rahmen der Baselbieter Genusswoche 2015.

Die Manor gibt in Liestal Törtchen aus im Rahmen der Baselbieter Genusswoche 2015.

Nicole Nars-Zimmer

Tobias Eggimann, wie wirkt sich die Baselbieter Genusswoche auf die Arbeit von Baselland Tourismus aus?

Tobias Eggimann: Sie ist mittlerweile ein fester Bestandteil unseres Engagements. Vor zwei Jahren haben wir begonnen, als wir die Genusswoche erstmals durchgeführt haben. Jetzt erleben wir bereits die dritte Auflage und die Organisation gehört zu unserer fixen Jahresplanung. Ziel ist, die Gastronomie und das kulinarische Schaffen des Baselbiets zu bespielen. Das ist eines unserer strategischen Standbeine. Wir wollen die hiesige Gastronomie stärken.

Wie gestaltet sich die Kooperation zwischen Baselland Tourismus und der Gastrobranche?

Das Schöne an der Genusswoche ist, dass wir dadurch mit den verschiedenen Playern enger vernetzt sind: mit dem Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain in Sissach, dem Bauernverband beider Basel und mit Gastro Baselland. Dies ermöglicht uns, schneller in andere Projekte einzusteigen. Mit den einzelnen Leistungsträgern wie Restaurants und Bauernhöfen haben wir so an Nähe gewonnen. Es geht darum, Anlässe und für uns Passendes zu gewinnen. Das ist Knochenarbeit und mit zeitintensivem Klinkenputzen verbunden. Mit Gastro Baselland bringen wir übrigens im November eine gemeinsame «Restaurantkarte» heraus mit rund 70 empfehlenswerten Gaststätten.

Gibts für solche Veranstaltungen einen Kriterienkatalog?

Ein Anlass muss von der Basis aus leben. Das Ziel ist es, dass die Produzenten und Organisatoren irgendwann auf uns zukommen, nicht umgekehrt. Sie müssen die Initiative ergreifen nach dem Motto: Wann kann ich mich für meinen Event anmelden? An diesem Konzept haben wir gearbeitet. Während der laufenden Baselbieter Genusswoche führen 40 Anbieter über 150 Events durch. Aber wir wollen weiter wachsen – qualitativ und quantitativ.

Liestal ist nächstes Jahr die «Schweizer Genussstadt». Was bedeutet das?

Wir organisieren spezielle Anlässe. Geplant ist, dass wir wiederum in Liestal einen Eröffnungsanlass durchführen in ähnlichem Stil wie heuer. Das Ambiente ist super mit Ständen im Stedtli, wo man die Bevölkerung einladen und gratis degustieren kann. Hier entwickeln sich wunderbare Gespräche. Der Kantonshauptort soll 2016 der Bezeichnung «Schweizer Genussstadt» gerecht werden mit einigen Veranstaltungen während der Genusswoche im September. Beim Schlussevent wird der Stab an die nächste «Schweizer Genussstadt» weitergegeben. Für diesen Anlass denken wir uns etwas Spezielles aus, damit wir die Bevölkerung mobilisieren können.

Was bedeutet Genuss für Sie?

Genuss ist das, was sich im Moment abspielt. Genuss ist Gegenwart, für ihn muss man Zeit haben. Vielmals spielt sich für mich Genuss in freier Natur ab. Dieser darf auch über den Gaumen gehen – vom ganz Einfachen bis zum Raffinierteren. Ich bin ein Freund von währschafter Kost.

Ist Genuss mit gesund gleichzusetzen?

Das geht Hand in Hand, wenn man es richtig dosiert. Gegen ein gutes Glas Wein ist nichts einzuwenden. Schon Paracelsus sagte sinngemäss, allein die Menge entscheide, ob es Medizin oder Gift sei. Das gilt auch beim Essen.