S-Bahn
Nachtzug fiel aus: Die SBB verwirren ihre Fahrgäste

Ein beliebter Nachtzug nach Laufen musste am Samstag wegen des kranken Lokführers in Basel bleiben. Die Anzeigetafeln verkündeten, dass auch die folgenden beiden Nachtzüge nicht verkehren würden.

Dimitri Hofer
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Die Nachtzüge der SBB am Wochenende ins Laufental, ins Ergolztal und ins Fricktal sind beliebt.

Die Nachtzüge der SBB am Wochenende ins Laufental, ins Ergolztal und ins Fricktal sind beliebt.

Andreas Maurer

Nachtschwärmer, die am frühen Samstag mit dem Regionalzug ins Baselbiet fahren wollten, trauten ihren Ohren nicht. «Die S-Bahn nach Laufen, Abfahrt um 1.45 Uhr, fällt aus. Grund dafür ist fehlendes Fahrpersonal», dröhnte es aus den Lautsprechern am Basler Bahnhof SBB. Die zahlreichen Wartenden auf dem Perron und im bereits da stehenden Zug wurden informiert, dass ihre Verbindung nach Hause nicht fahren werde.

Auf den Anzeigetafeln teilte man ihnen mit, dass auch die folgenden beiden Nachtzüge nicht verkehren würden. Die Züge um 2.45 Uhr als auch eine Stunde später mit Halt an allen Bahnhöfen zwischen Basel und Laufen fielen ebenfalls aus, dachten sich die Anwesenden. «Im ersten Moment wusste ich nicht, was ich tun soll», sagt Fabian Binkert. Der 25-Jährige wollte nach einem Auftritt als DJ in einem Basler Club in seinen Wohnort Laufen zurückkehren. Dass Nachtzüge ins Laufental, die sich vor allem bei Jugendlichen grosser Beliebtheit erfreuen, nicht fahren, hatte er zuvor noch nie erlebt. Dementsprechend rechnete er nicht damit und war völlig überrascht.

Freund fuhr Kollegen nach Laufen

Noch in der Nacht auf Samstag machte Binkert einen Screenshot des Fahrplans, auf dem steht, dass die drei Züge ausfallen. «Ich habe bei den SBB eine Entschädigung beantragt», erklärt er. Die Erfolgschancen des Laufners seien jedoch gering, wie Christian Ginsig, Mediensprecher der SBB, auf Anfrage mitteilt. «Die nachfolgenden Züge um 2.45 und 3.45 Uhr sind gefahren», hält Ginsig fest. «Derjenige um 1.45 Uhr ist jedoch tatsächlich ausgefallen», sagt er. Weshalb es zeitweise hiess, dass auch die beiden anschliessenden nicht verkehren würden, kann er sich nicht erklären. Entschädigungen würden erst bezahlt werden, wenn es zu einer Verspätung von mehr als einer Stunde kommt – und dies auch nur im Fernverkehr.

Es sei durchaus möglich, dass sich noch weitere Kundinnen und Kunden an die SBB wenden werden, sagt SBB-Mediensprecher Ginsig. Diese Fälle werde man individuell prüfen.

Fehlendes Fahrpersonal sei selten

Dass Züge wegen fehlendem Fahrpersonal nicht verkehren können, sei sehr selten, erklärt er. «Wenn es zu Ausfällen kommt, ist daran meist ein technischer Defekt am Fahrzeug schuld.»