Weinherbst
Nasskalter Frühling bescheert Winzern nur mässige Traubenernte

Die ersten geernteten Nordwestschweizer Trauben des Jahrgangs 2013 sind unterdurchschnittlich: Der Weisse Riesling-Sylvaner enthält weniger Zucker als der Zehnjahresschnitt. Schuld ist der nasskalte Frühling. Winzer hoffen nun auf goldene Oktobertage.

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Die erste Traubenernte fiel nur mässig aus. Schuld daran ist der nasskalte Frühling.

Die erste Traubenernte fiel nur mässig aus. Schuld daran ist der nasskalte Frühling.

Hanruedi Aeschbacher

Mit 76,4 Grad Oechsle ist der Fruchtzuckergehalt des Reisling-Sylvaners, dessen Hauptmengen Anfang Oktober geerntet worden sind, heuer 1,9 Grad unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Auch der Flächenertrag ist tiefer als der Schnitt, wie das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain am Donnerstag mitteilte.

Die letzten Wochen seien feucht, aber erfreulich warm gewesen. Die Trauben, die noch hängen, seien - Stand Mittwoch - trotz zunehmender Trabenfäule meist in gutem Zustand. Die Reben seien zeitlich im Rückstand, doch det Jahrgang sei keineswegs verloren: Es werde "einfach eine spätere Ernte geben".

Noch am Zweig hängen derzeit insbesondere die anderen beiden regionalen Hauptsorten, der Blauburgunder (Pinot Noir) und der Gutedel (Chasselas). Für den Blauburgunder brauche es nun noch einige regenfreie und möglichst sonnige Tage. Aktuell erwarte man eine leicht grössere Ernte als im Vorjahr, hiess es weiter.

Ursache des derzeitigen Vegetationsrückstandes von rund drei Wochen ist der üble Frühling. So regnete es bis Ende Mai fast einen Drittel mehr als sonst, schien die Sonne markant weniger und war es deutlich kälter. Der warme, sonnige Sommer konnte das nicht wettmachen. Der Aufwand des Aussortierens nun bei der Ernte sei teils beträchtlich.