Zwingen
Naturschutzverbände wehren sich weiterhin gegen Birs-Kraftwerk

Die Fischerei- und Naturschutzverbände wehren sich weiterhin gegen ein geplantes Birs-Kraftwerk in Zwingen. Sie halten ihre Einsprachen auch gegen die vierte Auflage des Kraftwerkprojekts aufrecht.

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Hier in Zwingen soll das Kraftwerk entstehen.

Hier in Zwingen soll das Kraftwerk entstehen.

Zur Verfügung gestellt

Bei den Verbänden handelt es sich um den Kantonalen Fischereiverband Baselland (KFVBL), die Fischerei-Pachtvereinigung des Bezirks Laufen (FIPAL), den Basellandschaftlichen Natur- und Vogelschutzverband (BNV), Pro Natura Baselland und den WWF Region Basel. Sie haben gegen das geplante Wasserkraftwerk bereits 2011 Einsprachen eingereicht.

Im vergangenen August wurde ein überarbeitetes Projekt aufgelegt. Die Verbände halten jedoch an ihren Einsprachen fest. Aufgrund der ungenügenden Unterlagen sei ein Abwägen des Nutzens gegenüber dem Eingriff, den ein Kraftwerk darstellt, nicht möglich, heisst es in der Mitteilung.

Immerhin handle es sich aber schon um die vierte Auflage des Projekts; da sollte nach Meinung der Verbände erwartet werden können, dass auf Einwände eingegangen werde. Für das Vorhaben liege jedoch weiterhin keine Konzession, sondern nur ein Baugesuch vor, was die Verbände bereits früher bemängelt hatten.

Keine Konzession

Auf das Projekt könne daher gar nicht eingetreten werden. Denn ein Baugesuch dürfe erst aufgrund einer Konzession publiziert werden. Alle grundsätzlichen Aspekte müssten in dieser behandelt werden. Zum vierten Mal rügten die Verbände denn auch, dass ökologische Ersatzmassnahmen weder angemessen noch gesichert seien; es gebe bloss Projektideen.

Auch auf die bereits starke Nutzung der Birs durch Kraftwerke werde kein Bezug genommen, hiess es weiter. Von der bedrohten Äsche lebten indes drei voneinander isolierte Populationen in der Birs, und es gebe wegen der Kraftwerk-Dichte grosse Wanderungsdefizite. Stark gefährdet wären auch die seltenen, ebenfalls bedrohten Bachneunaugen.