Pratteln
Nepals Botschafter Bairagi im Prattler Restaurant Klemme

Am Sonntag war das Himalaya Restaurant Klemme zum Bersten voll mit Nepali. Denn der nepalesische Botschafter Shanker Das Bairagi war zu Gast. Nach einem Umweg über Basel fand dieser doch noch den Weg nach Pratteln.

Joël Hoffmann
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Besuch des Nepalesischen Botschafters im einzigen Nepali Restaurant der Schweiz in Pratteln
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Restaurante habens nicht einfach (Symbolbild)
Fähnchen heissen die Gäste willkommen.
Endlich ist der Botschafter angekommen. (von links nach rechts) Botschafter Shanker Das Bairagi, Ganshugam Chandari und Binaya Shrestha.
(von links nach rechts) Ghanshugam Chandari, Peetam Gurung, Binaya Shrestha, Shanker Das Bairagi, Beat Stingelin, Silvia Kuhn und Koch Jit Tilija.
Der Präsident der Ausland Nepalesen Schweiz Binaya Shrestha.
Pratteln Gemeindepräsident Beat Stingelin begrüsst Botschafter Shanker Das Bairagi.
Gespanntes Warten auf den Botschafter.

Besuch des Nepalesischen Botschafters im einzigen Nepali Restaurant der Schweiz in Pratteln

Martin Töngi

«Menschen aus 90 Nationen leben in Pratteln, aber kein einziger Nepali», sagt Gemeindepräsident Beat Stingelin. Doch gestern war seine Stammkneipe, das Himalaya Restaurant Klemme oder das «Klemmi», wie es Stingelin nennt, zum Bersten voll mit Nepali. Die knapp 30 Sitzplätze hätten doppelt besetzt werden können, denn der nepalesische Botschafter Shanker Das Bairagi war zu Gast.

Ein Fest zur Beziehungspflege

Ihm zu Ehren hat die Vereinigung der in der Schweiz lebenden Nepali in das wahrscheinlich einzige nepalesische Restaurant der Schweiz geladen. Anlass war Bairagis Amtsantritt. Dieser war eigentlich schon im letzten April. Das familiäre Fest fiel daher wohl in die Kategorie «Beziehungen pflegen». Ausser vielen Höflichkeiten beinhalteten die Reden vor allem diplomatische Phrasen.

Die Arbeit der Auslandsnepali-Organisation hingegen ist konkret. Das Binnenland, das zwischen China und Indien eingeklemmt ist, hat erst seit ein paar Jahren Frieden. Nepal ist säkular, ist eine Demokratie, hat aber noch keine Verfassung. Die Exilnepali sind Flüchtlinge bis Expats und vor allem gut organisiert. Weltweit sammeln sie Spenden für die Heimat. Die Schweizer Organisation beispielsweise will für 150 000 Franken eine Klinik für behinderte Kinder bauen: mit 25 Betten, OP-Saal und Röntgengerät. 40 000 Franken sind beisammen.

«Die Vereinigung der in der Schweiz lebenden Nepali ist sehr wichtig für die sozioökonomische Entwicklung in Nepal», sagte Botschafter Bairagi. Geduldig und in der wohl weltweit selben Art eines Politikers beantwortete er die Fragen der Lokalpresse. Seine Exzellenz war sich aber nicht zu schade, in die Küche zu gehen, und dort sein Essen zu fassen.

Koch lotste Exzellenz nach Pratteln

Lockere Stimmung bei Nepali-Essen, Bier, Kaffee und Wein. Kein steifes Zeremoniell. Gemeindepräsident Stingelin eingeladen als Stammgast seiner «Kollegin» und Wirtin Silvia Kuhn. Ihr Dauerlächeln konnte nur noch ihr Geschäftspartner und Koch Jit Tilija überstrahlen. Stolz ist er. Auf seine Initiative hin kam der Botschafter überhaupt nach Pratteln, auch wenn dieser erst irrtümlich nach Basel fuhr. Jit Tilija ist Nepali - der wohl einzige der 400 Nepali in der Schweiz, der in Pratteln arbeitet. Wohnen tut er in Basel.