Prozess
Neu 23 Beschuldigte im Fall «Dojo»

Rund drei Jahre nach einer schweren Schlägerei in einer Reinacher Kampfsportschule ist die Zahl der Beschuldigten auf inzwischen 23 Personen gestiegen. In das Verfahren involviert sind insgesamt rund 70 Personen.

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Beobachtet vom Überfallkommando, wehrt sich Thaiboxer Shemsi Beqiri (oben) gegen Paulo Balicha.Foto: Telebasel

Beobachtet vom Überfallkommando, wehrt sich Thaiboxer Shemsi Beqiri (oben) gegen Paulo Balicha.Foto: Telebasel

Um den Beschuldigten eine Beteiligung an der Tat nachzuweisen, wurden über 160 Einvernahmen durchgeführt, wie die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft am Montag mitteilte. Daneben seien im "Mammut-Verfahren" 15 Haft- und neun Beschwerdeverfahren geführt worden.

Ziel ist es, per Mitte Jahr Anklage im Fall zu erheben, wie bei der Staatsanwaltschaft auf Anfrage zu erfahren war. Gegen mindestens eine der beschuldigten Personen laufen zudem parallel weitere 50 Strafverfahren zu Delikten, die nicht im Zusammenhang mit der Schlägerei in der Kampfsportschule stehen.

Akten an Zeitung gelangt

Im Weiteren bearbeitet die Baselbieter Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige wegen eines Verstosses gegen ein 2014 verfügtes Aktenherausgabeverbot. Ende Dezember hatte die "Basler Zeitung" Fotos aus den Verfahrensakten publiziert.

Die Behörden würden dabei die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass das Opfer oder sein Rechtsvertreter die Indiskretion begangen haben, heisst es weiter. In einem halbseitigen offenen Brief, der in der Montagsausgabe der "Basler Zeitung" abgedruckt wurde, hatte das Opfer diesen Verdacht und die Dauer des Verfahrens kritisiert.

Am 24. Februar 2014 hatte eine zum Teil maskierte Gruppe die Anwesenden in der Kampfsportschule angegriffen. An der Schlägerei, die landesweit Schlagzeilen machte, waren mehrere Dutzend Personen beteiligt. Sechs Personen wurden verletzt; einige von ihnen erlitten Brüche.