Binningen
Neu für jedermann möglich: Mit dem Airbus A380 von Basel nach Zürich fliegen

Die Firma iPilot hat heute ihren Store Basel in Binningen eröffnet. Die bz hat den Airbus-A380-Flugsimulator bereits ausprobiert. Vom Start bis zur Landung werden hier Hobbypiloten und Flugzeugliebhaber von einem ausgebildeten Profipiloten instruiert

Dean Fuss
Drucken
Teilen

Mein Blick flackert nervös über die vor mir liegende Piste 15 des Euro-Airports. Ich gebe vollen Schub. Mein Airbus A380 setzt sich langsam in Bewegung, wird immer schneller und hebt schliesslich ab. Durch kräftiges Ziehen am Steuerknüppel ziehe ich die Schnauze des riesigen Passagierflugzeugs hoch und beschleunige damit unseren Steigflug - ich habe zu meinem eigenen Erstaunen einen erfolgreichen Start hingelegt.

Das zumindest attestiert mir mein Copilot Tobias Klook, der dafür gesorgt hat, dass auch so nebensächliche Dinge wie das Einfahren des Fahrwerks nicht vergessen gingen.

iPilot: Store in Binningen eröffnet

Als erste Kette Europas bietet die Firma iPilot professionelle Flugsimulatoren, die auch für Hobbypiloten zugänglich sind. Gestern wurde an der Hauptstrasse 69 in Binningen mit dem iPilot Basel der zweite Schweizer Store eröffnet. Im Airbus-A380-Simulator können die Hobbypiloten aus über 24 000 Verkehrsflughäfen weltweit auswählen. Während des Fluges werden sie von einem professionellen Piloten als Instruktor begleitet. Einen 30-minütigen Flug gibt es ab 139 Franken. Vorkenntnisse sind nicht nötig. (DFS)

Aber auch wenn nicht alles gut gegangen wäre, wäre das nicht so schlimm gewesen. Weil selbst Journalisten nicht einfach ein richtiges Passagierflugzeug pilotieren dürfen, sitze ich «nur» im nachgebauten Cockpit eines Airbus A380 im neuen Flugsimulator bei der Firma iPilot in Binningen (siehe Box).

Mein Copilot Tobias Klook leitet mich während des gesamten Fluges an und erklärt mir all die leuchtenden Anzeigen und die unzähligen Knöpfe und Hebel. Der 22-Jährige hat die Pilotenausbildung absolviert und arbeitet nun als Instruktor bei iPilot.

Schwitzige Hände

Kaum haben wir unsere Flughöhe von 8000 Fuss (rund 2400 Meter über Meer) erreicht, ist die erste von zwei lang gezogenen Kurven auf dem Weg vom Basler Euro-Airport zum Flughafen Zürich fällig. Ich verpasse zwar etwas den richtigen Moment, die Richtung stimmt aber. Nun habe ich erstmals richtig Zeit zum Durchatmen - ich geniesse den Ausblick auf die Landschaft, die unter uns vorbeizieht.

Zuvor galt meine Konzentration in erster Linie den Worten meines Instruktors und den Displays mit den Anzeigen für Höhe, Geschwindigkeit, Steigung und Position. Verstohlen versuche ich, meine doch leicht schwitzigen Hände an den Hosen abzutrocknen.

Erfolgreiche Landung - dank meines Copiloten

Die Erholung ist aber nur von kurzer Dauer. Weil es nun rund zehn Minuten einfach geradeaus ginge, unterbricht Klook die Simulation und «spult» gewissermassen vor. Er lässt uns vom Simulator mitten in den Sinkflug positionieren.

Ich übernehme wieder. Der Kurs stimmt nicht ganz, wir driften etwas nach links ab. Ich korrigiere. Nun sind wir noch zu hoch. Ich korrigiere. Das Fahrwerk fährt Klook aus, ich hätte es wohl vergessen. Wir setzen auf und schlingern beim Bremsen auf der glücklicherweise breiten Landebahn.

Schliesslich stehen wir still. Die Landung ist erfolgreich gemeistert. Zwar war es eine veritable Zitterpartie, dank der gütigen Mithilfe meines Copiloten habe ich den A380 aber unbeschadet auf der Landebahn in Zürich parkiert. (dfs)