Altersmedizin
Neue Altersabteilung im KSBL Liestal bringt Verbesserung fürs Oberbaselbiet

Das Kantonsspital Baselland (KSBL) schafft am Standort Liestal 2019 ein akutgeriatrisches Angebot mit 10 bis 15 Betten. Mit dem Neubau des Felix Platter Spitals bedeutet das einen massiven Ausbau der Akutgeriatrie der Region. Kommt die Spitalfusion, verliert dafür das Bruderholz seine 48 Altersbetten.

Michael Nittnaus
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Schon seit vergangenem Sommer ist das KSBL am Aufbau des Angebots.

Schon seit vergangenem Sommer ist das KSBL am Aufbau des Angebots.

Nicole Nars-Zimmer (niz)

Sie brüllten laut, die Grauen Panther. Der Nordwestschweizer Seniorenverein warf im Sommer den beiden Gesundheitsdirektoren Thomas Weber (BL) und Lukas Engelberger (BS) vor, dass die Altersmedizin in den Plänen der Fusion von Kantonsspital Baselland (KSBL) und Universitätsspital Basel (USB) kaum eine Rolle spielt.

Ein halbes Jahr später klingt es schon ganz anders: «Es ist erfreulich, dass die Spitäler und die beiden Regierungen das Thema altersmedizinische Versorgung nun endlich richtig angehen und es zu keinem Abbau kommt», sagt Graue-Panther-Co-Präsident Hanspeter Meier. Von einem Abbau kann man tatsächlich nicht mehr sprechen. Das KSBL bestätigt Informationen der bz, wonach bereits per 1. April 2019 neu 10 bis 15 akutgeriatrische Betten am Standort Liestal geschaffen werden. Dies als eigene Abteilung innerhalb der Inneren Medizin im fünften Stock. Bisher gab es keine vollwertige Akutgeriatrie in Liestal, sondern nur auf dem Bruderholz (siehe Tabelle).

Fusion beeinflusst Bettenzahl

«Gerade fürs Oberbaselbiet bedeutet das eine klare Verbesserung der Versorgung», sagt Meier. Schon seit vergangenem Sommer ist das KSBL am Aufbau des Angebots unter der neuen leitenden Ärztin Martina Hafner. Da per Ende März 2019 auch der Neubau des Basler Felix Platter Spitals an der Burgfelderstrasse den Betrieb aufnimmt, steigt die Zahl der akutgeriatrischen Betten in beiden Basel auf über 350 an. «Bis jetzt gab es eher zu wenig. Wir reagieren auf die Nachfrage im Oberbaselbiet», sagt KSBL-CEO Jürg Aebi.

Allerdings: Das Zielbild der Spitalfusion sieht den Abbau der 48 Geriatrie-Betten auf dem Bruderholz vor. Dies bis 2026, dem Jahr, in dem die Fusion komplett umgesetzt sein soll. «In der Transformationsphase wird das Angebot aber sicher noch beibehalten», sagt KSBL-Sprecherin Anita Kuoni.

Doch was ist, wenn das Stimmvolk in Baselland oder Basel-Stadt am 10. Februar 2019 die Fusion ablehnt? «Dann werden wir wahrscheinlich weiter eine internistische Grundversorgung respektive Altersmedizin auch im Bruderholz anbieten», so Kuoni.

Ob die Spitalfusion nun auf die Unterstützung der Grauen Panther zählen kann, ist offen. Laut Meier wird der Verein voraussichtlich keine Parole fassen. Denn: «Wir haben Befürworter wie auch Gegner in unseren Reihen.»