Baselbiet
Neue Dokumente zur Baselbieter Schwarzarbeit-Kontrolle

Die Zentrale Arbeitsmarkt-Kontrolle hat ihre Arbeit auch an die Gewerkschaften ausgelagert – was im Jahresbericht bisher nicht ausgewiesen worden ist.

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Gewerkschafter Andreas Giger und Hansueli Scheidegger wissen nicht, aus welcher Kasse sie Geld erhalten.

Gewerkschafter Andreas Giger und Hansueli Scheidegger wissen nicht, aus welcher Kasse sie Geld erhalten.

Martin Töngi

Zwischen den Löhnen der Baselbieter Schwarzarbeitkontrolleure und den Lohnangaben, wie sie gegenüber dem Seco deklariert werden, gibt es erhebliche Differenzen. Dies zeigen jedenfalls neue Dokumente zum Geschäftsjahr 2012 der Zentralen Arbeitsmarkt-Kontrolle (ZAK), die der Basler Ausgabe der «Schweiz am Sonntag» vorliegen. Während Mitarbeiter B. gemäss Lohnausweis jährlich brutto 55'000 Franken verdiente, wurde sein Gehalt gegenüber der Aufsichtsbehörde mit 105'000 Franken angegeben. ZAK-Präsident Hans Rudolf Gysin hat trotz anderslautender Ankündigung bis Redaktionsschluss dazu nicht Stellung genommen.

Auch die Baselbieter Volkswirtschaftsdirektion wartet noch auf Aufklärung über die unterschiedliche Lohndeklaration, über die erstmals das „Regionaljournal“ berichtet hatte. Aufklärung erwarten überdies die Gewerkschaften: Diese erhalten zwar jährlich 75'000 Franken aus der Kasse der ZAK, wissen jedoch nicht, wie diese verbucht werden. Zumindest in der Jahresrechnung 2012, die der Basler Ausgabe der „Schweiz am Sonntag“ vorliegt, findet sich kein entsprechender Budgetposten.