FDP Baselland
Neue FDP-Präsidentin Pezzetta will nun Taten folgen lassen

Die Baselbieter FDP hat eine Präsidentin. Christine Pezzetta liess Paul Hofer keine Chance. Dieser möchte nun gerne in der Parteileitung mitarbeiten. Pezzetta blieb an diesem Abend jedoch eine Antwort schuldig.

Michael Nittnaus
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Glänzende FDP-Zukunft mit Präsidentin Pezzetta?

Glänzende FDP-Zukunft mit Präsidentin Pezzetta?

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Christine Pezzetta hatte es wohl mehr als nur geahnt. Gestern war ihr Abend. Im edlen schwarzen Abendkleid wurde sie am Parteitag der Baselbieter FDP im Kuspo Münchenstein zur neuen Präsidentin gewählt. Ihr einziger Konkurrent Paul Hofer hatte letztlich keine Chance. Mit 80 zu 31 Stimmen sprachen sich die Delegierten für die Person aus, welche die Geschicke der Partei seit Anfang Jahr bereits als Interimspräsidentin geführt hatte.
Dankesrede vorbereitet
Ein lauter Jauchzer Pezzettas füllte den Saal, als Fraktionspräsident Rolf Richterich das Resultat verkündete. Doch dass die Münchensteinerin ob des Heimsiegs nicht wirklich überrascht war, zeigte sich auch daran, dass sie eine Dankesrede vorbereitet hatte: «Ich danke ihnen, dass sie mich so bravourös zur neuen Parteipräsidentin gewählt haben. Ich verspreche nun, meinen Worten auch Taten folgen zu lassen.» Diese Worte lieferte Pezzetta in ihrer Rede vor der Wahl: Sie wolle die FDP wieder zu einer populären Partei machen, die sich nicht instrumentalisieren lässt und eine klare Linie verfolgt.
Wie bereits im bz-Streitgespräch vor einer Woche betonte die 45-Jährige, sich auf drei Themenschwerpunkte zu fokussieren: Wirtschaft, Finanzen sowie Umwelt und Energie. Natürlich hat Pezzetta auch vor, durch diese Arbeit neben Wähleranteilen Landratssitze zu gewinnen. Gar wuchtig kündigte sie an, dass eine Präsidentin die Galionsfigur der Partei sein müsse: «Ich will mitgestalten - und zwar an vorderster Front.»
Ein älterer Votant im Kuspo ging in seinem Plädoyer vor der Wahl gar noch weiter: «In Münchenstein gibt es zwei Epochen. Eine vor Pezzetta und eine mit ihr. Lassen sie doch diese Sonne auch über der Kantonalpartei aufgehen.»
Hofers Angebot
Der Oberwiler Paul Hofer liess derweil just an diesem Abend die Portion Aggressivität vermissen, die er im Vorfeld immer wieder hatte aufblitzen lassen. Brav gratulierte er seiner Kontrahentin und versuchte, sich sogleich neu zu positionieren: «Wenn du willst, bin ich bereit, bei dir im Team mitzuarbeiten.»

Pezzetta blieb an diesem Abend eine Antwort schuldig. Fest steht aber, dass sie in den nächsten Monaten ein Parteileitungsteam zusammenstellen wird. Im Herbst wird dieses dann den Delegierten zur Wahl vorgeschlagen. Im Gegensatz zur SVP, bei der die Parteileitungswahl ins komplettes Chaos ausuferte und hitzige Voten den Ton bestimmten, schien die FDP es sich zum Ziel gesetzt haben, ein besseres Bild abzugeben. So stand Pezzettas Sieg nie infrage.