Feldreben-Areal
Neue Pläne, um das Asylzentrum besser auszulasten

Das Bundesasylzentrum auf dem Muttenzer Feldreben-Areal, das Ende April den Betrieb aufnehmen soll, wäre nicht ausgelastet, wenn die Asylgesuchzahlen auf dem heutigen Niveau bleiben. Die Lösung: Asylsuchende aus Zivilschutzanlagen sollen dorthin umziehen.

Michael Nittnaus
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So soll das Bundesasylzentrum auf dem Feldreben-Areal genutzt werden.

So soll das Bundesasylzentrum auf dem Feldreben-Areal genutzt werden.

bz/Micha Wernli

Auch wenn die Hallen noch leerstehen: Der Rundgang der bz zeigte, dass die Planungen für das Bundesasylzentrum auf dem Muttenzer Feldreben-Areal schon weit fortgeschritten sind. Wie die 500 bis 900 Flüchtlinge untergebracht, verpflegt, beschäftigt und bewacht werden sollen, ist zwei Monate vor der geplanten Inbetriebnahme aufgegleist (bz berichtete). Seit die bz Anfang Dezember des vergangenen Jahres das Projekt publik machte, war vonseiten Kanton und Bund stets davon die Rede, dass in Muttenz ein neuartiges Registrierungszentrum entstehen solle. Es solle eine erste Anlaufstelle der Flüchtlinge in der Schweiz sein. Sie würden aber nur zwei bis drei Wochen auf dem Feldreben-Areal bleiben und dann weiterverteilt werden.

Der Bund fährt neu zweigleisig

Der Baselbieter Asylkoordinator Rolf Rossi hielt zwar beim Rundgang fest, dass diese Nutzung der aktuelle Planungsstand sei und sich noch bis zum Start verändern könne. Dies hänge stark von der Entwicklung der Flüchtlingszahlen ab, die in die Schweiz kommen. Die bz weiss aber, dass bereits jetzt eine alternative beziehungsweise ergänzende Nutzung des Asylzentrums in Vorbereitung ist. Dies für den Fall, dass die Zahl der Asylgesuche nicht mehr das Niveau von Ende letzten Jahres erreicht. Im Januar etwa sank die Zahl gegenüber dem Dezember bereits um ein Viertel.

«Bleiben die Asylgesuchszahlen auf dem aktuellen Niveau, dann hätten wir auf dem Feldreben-Areal freie Kapazitäten», bestätigt Roger Lang, Leiter des Bundesempfangs- und Verfahrenszentrums Basel (EVZ), auf Anfrage. Wurde das Projekt etwa zu gross geplant? Gerade wegen der unsicheren Prognosen, wie sich die Gesuchszahlen in der Schweiz entwickeln, verneint dies Lang dezidiert: «Nehmen die Zahlen doch wieder auf das Niveau von 2015 mit total 40000 Gesuchen zu, wovon aktuelle Prognosen ausgehen, dann sind wir auf die zusätzlichen Kapazitäten angewiesen. Sich darauf nicht vorzubereiten, wäre fahrlässig.»

Deshalb fährt das EVZ Basel beziehungsweise das federführende Staatssekretariat für Migration (SEM) des Bundes eben nun zweigleisig. Fall A: Die Zahlen steigen, das Feldreben-Zentrum ist als Registrierungsstelle voll ausgelastet. Interessanter ist der Fall B: Die Zahlen stagnieren. «Dann werden wir eventuell eine oder mehrere Zivilschutzanlagen in der Region schliessen können», sagt Lang und nennt ökonomische Gründe: «Es ist effizienter, wenige Aussenstellen zu betreiben; insbesondere wegen der Logistik und Administration. So vermeiden wir unnötige Kosten.»

Drei Anlagen fallen bald weg

Aktuell sind Zivilschutzanlagen in Arlesheim (100 Plätze), Aesch (100), Pratteln (100), Allschwil (80) und dem IWB-Gelände in Basel (80) vom EVZ belegt. Zuerst aufgelöst wird jene in Prattelns Lachmatt, weil dort nach Ostern der Schiessbetrieb wieder beginnt. Mit Aesch wurde vereinbart, die Löhrenacker-Anlage wegen Umbauarbeiten Mitte Jahr wieder freizugeben. Und auch beim Werkhof in Allschwil wurde abgemacht, die Anlage nur bis Ende März zu nutzen, was laut Lang nun aber wohl um einen Monat verlängert wird. Arlesheim und IWB sollen vorerst offen bleiben.

Somit fallen bis Sommer 280 Plätze für Asylsuchende weg, wobei die Anlagen zurzeit nicht voll ausgelastet sind. Nimmt man das EVZ selbst und die fixe Aussenstelle Atlas in Allschwil dazu, stehen über 980 Plätze zur Verfügung, belegt sind gemäss Lang aktuell 678. Auch die Hallen auf dem Feldreben-Areal werden nicht von Tag 1 an voll ausgelastet werden: «Wir beginnen schrittweise und fahren dann den Betrieb nach und nach hoch», sagt Lang. Dass nun eventuell auch Asylsuchende aus den Zivilschutzanlagen in Muttenz platziert werden, soll auf die vorgesehene Aufenthaltsdauer übrigens keinen Einfluss haben. Denn auch in den Zivilschutzanlagen blieben die Asylsuchenden durchschnittlich bloss 20 Tage, versichert Lang: «Umso kürzer wir die einzelnen Aufenthalte halten können, desto besser können wir die Kapazität ausschöpfen.»

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