Swissmetal
Neue Zukunft für Swissmetal-Gelände in Dornach

Bei Swissmetal scheint die Lage wieder besser als noch im letzten Sommer: Gestern meldete der Dornacher Hersteller von Buntmetallprodukten, er habe ab sofort wieder uneingeschränkten Zugriff auf das eigene Metall- und Warenlager.

Daniel Haller
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Das Swissmetal-Areal in Dornach soll für neue Nutzungen untersucht und entwickelt werden, bevor es separat verkauft wird.

Das Swissmetal-Areal in Dornach soll für neue Nutzungen untersucht und entwickelt werden, bevor es separat verkauft wird.

Juri Junkov

Was im Normalfall eine Selbstverständlichkeit wäre, ist bei Swissmetal ein weiterer Schritt in Richtung Normalisierung.

Im vergangenen Juli hatte nämlich die französische Grossbank BNP Paribas die Metallvorräte als Pfand beschlagnahmt (siehe Kasten). Swissmetal Industries befindet sich in Nachlassstundung.

Zwei Gründe nennt der provisorische Sachwalter Fritz Rothenbühler für das Einlenken der Bank: Einerseits habe sie einen grossen Teil ihrer Forderungen erhalten. Andererseits sei es gelungen, die Klärung komplexer juristischer Fragen um die Pfandrechte an Lagern auf später zu verschieben.

Ein dritter Grund liegt auf der Hand: Man sucht nach Möglichkeiten, den Betrieb zu verkaufen, um mit dem Erlös die Forderungen der Gläubiger zu bedienen. Je hindernisfreier die Firma funktioniert, desto besser ist sie zu verkaufen.

Swissmetal: Sie lag schon in Scherben

Offenbar fürchtete im Juli PNB Paribas nicht nur wegen der fehlenden Liquidität, dass Swissmetal ihre Kredite nicht zurückzahle. Vielmehr hatte Ende Juni der Hedge Fund Laxey Partners als Mehrheitsaktionär den alten Verwaltungsrat weggeputscht und einen neuen mit dem früheren, umstrittenen Swissmetal-CEO Martin Hellweg an der Spitze eingesetzt. Der alte Verwaltungsrat hatte angesichts seiner Niederlage in letzter Minute noch die ganze Geschäftsleitung entlassen - das Chaos war total. Die Bank brachte dann mit der Sperrung der Warenlager auch die Produktion zum Erliegen. Die improvisierte neue Geschäftsleitung leitete ein Konsultationsverfahren für eine Massenentlassung ein. Erst als Ende Juli das Richteramt Swissmetal Nachlassstundung gewährte und einen neutralen Sachwalter einsetzte, kam Ruhe in den Betrieb: Am 10. August gab PNB Paribas die Lager unter strikten Auflagen wieder frei und die Produktion konnte schrittweise wieder aufgenommen werden. (dh)

Rothenbühler betont denn auch, es sei in den Monaten seit August gelungen, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Der Betrieb sei stabilisiert, die Auslastung nehme zu und die Löhne würden bezahlt.

Areal separat verkaufen

Andererseits sei klar, dass das Areal in Dornach für die Weiterführung der Produktion zu gross ist. Ziel der bereits konkreten Verhandlungen mit Interessenten sei deshalb, dass diese die Anlagen und die Belegschaft übernehmen und ein Nutzungsrecht erhalten. Das Areal soll dann separat verkauft werden.

«Das ist raumplanerisch äusserst interessant», meint Bernardo Albisetti, Departementssekretär im Solothurner Bau- und Justizdepartement. Angesichts der in der Nordwestschweiz knappen Gewerbeflächen und hohen Bodenpreise werde der Kanton helfen, «einen guten Nutzungsmix» hinzukriegen.

Zuerst gelte es jedoch, vor Beginn der Planungsarbeiten die Altlastenfragen zu klären: Einige Flächen seien allenfalls sanierungspflichtig, von leichter belasteten könnte man eventuell den Aushub nicht einfach deponieren. «Falls die Folgekosten hoch sind, müsste man eine höherwertige Nutzung anstreben.»

Dies dürfte eine Weile in Anspruch nehmen. Doch Rothenbühler ist überzeugt, dass der Erlös für die Gläubiger höher ist, wenn Investoren das Areal mit klaren Perspektiven kaufen können.