Asiatischer Laubholzbockkäfer
Neuer Baumkiller aus China ist definitiv in der Region Basel angekommen

Hunde haben in der Region drei Larven des asiatischen Laubholzbockkäfers, welcher zu den meldepflichtigen Quarantäneorganismen gehört, gefunden. Von den Käfern geht eine grosse Gefahr aus.

Andreas Hirsbrunner
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Der asiatische Laubholzbockkäfer ist in der Region angekommen

Der asiatische Laubholzbockkäfer ist in der Region angekommen

Kenneth Nars

Der Schweiz droht eine neue Gefahr. Und weil die Gefahr in den Holzpaletten sitzt, in denen Steine aus China per Schiff importiert werden, droht sie in erster Linie der Region Basel mit ihren Häfen - der Asiatische Laubholzbockkäfer. Seit letztem Freitag ist die Gefahr für die beiden Basel nicht mehr theoretischer Natur, sondern reell: Zwei Biologinnen der österreichischen Bundesforschungsanstalt für Wald fanden mit ihren speziell ausgebildeten Jagdhunden zwei lebende und eine tote Larve des Asiatischen Laubholzbockkäfers in Paletten im Hafenareal.

Ob das in jenem von Basel oder Birsfelden war, wollten die zahlreichen Vertreter vom Bund und den beiden Basel an ihrer gestrigen Medienkonferenz nicht sagen. Sie waren offensichtlich überrascht vom Fund, von dem sie noch nichts wussten, als sie vor einigen Tagen zur Konferenz einluden. Dafür informierten Ueli Meier, Leiter des Amts für Wald beider Basel, und Emanuel Trueb, Leiter der Stadtgärtnerei Basel-Stadt, über die erheblichen Gefahren, die vom ungebetenen Gast ausgehen: Die Larven fressen sich von Aussen, das heisst von unterhalb der Rinde (Details zum Käfer siehe unten), ins Herz des Baumes und unterbinden so die Wasser- und Nährstoffströme. Befallene Bäume müssen gefällt und verbrannt werden. Volkswirtschaftlich und ökologisch besonders gravierend ist, dass der Laubholzbockkäfer praktisch alle Laubbaumarten befällt.

Ueli Meier sagt: «Wir müssen jetzt ein Überschwappen des Käfers von den Häfen in die Landschaft verhindern. Das ist komplex und braucht einen internationalen Verbund inklusive Zoll- und Hafenbehörden.» Ziel sei, mittels Monitoring Käfer und Larven systematisch und nicht nur per Zufall zu entdecken. Und das an der Quelle, das heisst in den Hafenarealen. Wobei eine Überwachung aller ankommenden Palette, die eigentlich hitzebehandelt und damit käferlos sein müssten, wegen deren Menge kaum möglich sein wird.
Konsumenen sparen, Staat zahlt

Immerhin zeigte eine Demonstration auf dem Basler Hafenareal, dass die ausgebildeten österreichischen Suchhunde die ausgelegten Späne mit Larvengeruch zielsicher finden und anzeigen können; zur Zeit sind auch die ersten Schweizer Hunde in Ausbildung. Die österreichischen Hunde sind nun dieser Tage auch noch in den Kantonen Freiburg und Thurgau im Nachsuche-Einsatz. Dort wurden, wie auch im Hafen von Weil, im letzten Jahr die ersten Käfer respektive Larven gefunden.

Am Rande thematisiert wurde die übergeordnete Problematik, die aber von den kantonalen Behörden nicht gelöst werden kann: Der Asiatische Laubholzbockkäfer kommt im Verbund mit Steinen aus China, die in gleicher Qualität auch in der Schweiz vorhanden wären. Doch die fremden Steine sind trotz des Transports um die halbe Welt billiger. Die Kosten für die Folgen von der jetzigen intensiven Käfersuche bis zu allfälligen Abholzungen ganzer Wälder bezahlt aber die öffentliche Hand.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer zählt zu den meldepflichtigen Quarantäneorganismen. Beobachtungen sollten dem Amt für Wald, der Stadtgärtnerei Basel oder dem Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain gemeldet werden.