Liestal
Neues Alterszentrum mittendrin

Ab Herbst werden am untern Stedtlirand Alterswohnungen und Pflegebetten gebaut

Andreas Hirsbrunner
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Projekt Rebgarten
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Projekt Rebgarten von Seite Rheinstrasse
Projekt Rebgarten von Seite Rebgasse

Projekt Rebgarten

zVg/Radek Rukat

Für Senioren ist diese Wohnlage fast schon ideal: Am unteren Rand der Liestaler Altstadt entsteht im Geviert Rheinstrasse-Rebgasse-Orisbach ein neues Alterszentrum mit 66 Wohnungen und 40 Pflegeplätzen. Damit sind Rentner nur einen kräftigen Steinwurf von Liestals wichtigsten Einkaufsläden und dem Bahnhof entfernt. Diese Vorteile überzeugten auch den künftigen Ankermieter, die Tertianum Gruppe mit Sitz in Zürich. Sie betreibt in der Schweiz bereits 16 Altersresidenzen, darunter jene im St. Jakob-Park in Basel.

Tertianum hat für den Rebgarten, wie das neue Geviert heisst, einen langfristigen Mietvertrag mit Verlängerungsoption abgeschlossen und stellt den künftigen Bewohnern ein lebenslanges Bleiben in Aussicht. Je nach Bedürfnis können diese im neuen Alterszentrum zur Wohnung Pflegeleistungen dazu buchen. Einziger Abstrich bezüglich Lage: Die Rebgasse ist eine Durchgangsstrasse mit zunehmendem Verkehr.

Das Alterszentrum besteht aus drei Gebäuden, einem unterirdischen Parking und einem begrünten Innenhof. Und als besonderes Zückerchen soll an der Ostseite der Orisbach renaturiert werden. Eigentliches Kopfgebäude ist jenes an der Rheinstrasse, wo sich der Haupteingang, ein Bistro, ein Laden, alle Pflegebetten und einige Alterswohnungen befinden. Die restlichen Wohnungen verteilen sich auf die beiden anderen Gebäude an der Rebgasse.

Parkplätze als Sand im Getriebe

Zum Zeitplan sagt Rolf Bühler von der Firma Mettler2Invest, der das Gelände derzeit noch gehört und die das ganze Projekt plant: «Wir wollen wenn immer möglich im April das Baugesuch einreichen, im Spätsommer die bestehenden Gebäude abreissen und im Herbst mit dem Neubau beginnen.» Bezugsbereit sollte der Rebgarten dann im Herbst 2018 sein.

Allerdings gibt es nach dem Entscheid des Einwohnerrats von Ende Januar (bz berichtete) noch eine Unsicherheit: Das Ortsparlament wies die Parkplatzfrage an den Stadtrat zurück. Somit ist im Moment offen, mit wie viel Geld sich die Stadt Liestal am unterirdischen Parking beteiligt. Die Absicht des Stadtrats hiess, sich mit 1,275 Millionen Franken 60 öffentliche Parkplätze zu sichern. Und das will der Stadtrat trotz parlamentarischer Rückweisung immer noch, wie der zuständige Franz Kaufmann sagt: «Wir brauchen diese Parkplätze und sind überzeugt, dass der eingesetzte Betrag dafür verhältnismässig ist. Zusätzlich ein Mitbestimmungsrecht bei der Tarifgestaltung zu verlangen, wie das im Einwohnerrat auch Thema war, erachte ich als illusorisch. Denn das ergibt einen nicht auflösbaren Widerspruch.»

Diesen Widerspruch artikuliert Rolf Bühler so: Wegen der anspruchsvollen Geometrie und Geologie komme ein unterirdischer Parkplatz im Rebgarten auf 83 000 Franken zu stehen. Kein Investor bezahle diesen Betrag, wenn danach die erste halbe Stunde Gratis-Parkieren drohe und die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben wäre. Bühler: «Der Widerstand irritiert uns.» Er setzt nun darauf, dass der Einwohnerrat an der März-Sitzung die bestehende Vereinbarung absegnet. Andernfalls drohe das Notszenario: «Wir verzichten auf das zweite Parking-Untergeschoss und damit auf öffentliche Parkplätze.» Was für Kaufmann in Anbetracht der Liestaler Parkplatz-Situation «der schlechteste Fall» wäre.

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