Hotellerie
Neues Hotel für Allschwil: Wieso ein Fitness-Unternehmer ausgerechnet jetzt baut

Leon van der Merwe will sein Sportcenter in Allschwil ausbauen – zu einem Mix aus Hotel, Büros und Kita. Schon mehrere Jahre spiele er mit dieser Idee, nun werde sie konkret.

Kelly Spielmann
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Das Van-der-Merwe-Center in Allschwil soll zum Businesshotel werden.

Das Van-der-Merwe-Center in Allschwil soll zum Businesshotel werden.

Juri Junkov

Es ist eines der wichtigsten wirtschaftlichen Entwicklungsgebiete der Region: 10 000 Arbeitsplätze sollen dereinst im Bachgraben in Allschwil entstehen. Das bringt auch Chancen für ortsansässige Unternehmen – und diese will Leon van der Merwe nun nutzen. Wie dem gestrigen «Amtsblatt» des Kantons zu entnehmen ist, hat er ein Gesuch für 97 Hotelzimmer an der Gewerbestrasse 30 eingereicht.

An der Adresse ist das weitherum bekannte Van der Merwe Center zu Hause. In der Halle wurde ab den 1980er-Jahren Tennis und Squash gespielt. Mittlerweile sind die Tennishallen einem Fitness- und Physiobereich sowie Badmintonfeldern und Bowlingbahnen gewichen, die Squash-Courts sind hingegen geblieben. Bedeutet van der Merwes Hotelplan das Ende des Sportcenters?

«Nein, das wird unser Kerngeschäft bleiben», sagt er im Telefongespräch. Aber als Unternehmer überlege er: Was könne noch besser werden? Im Fall des Centers hätten sich die Bedürfnisse durch die Entwicklung des Bachgrabenareals – neu die Heimat des Tropeninstituts und des regionalen Ablegers des Schweizer Innovationsparks – verändert, sagt er.

Der Sportbereich soll bleiben

Aus dem Trainings- und Sportcenter soll daher ein «Social Hub» entstehen, wie Leon van der Merwe es nennt. Business-Hotelzimmer, Co-Working-Bereiche, Sitzungszimmer, Verpflegungsmöglichkeiten und sogar eine Kita soll es geben. Der Sportbereich bleibt bestehen. «Alles unter einem Dach», fügt van der Merwe an. Mit der Idee spiele er schon seit vier Jahren, nun wird sie konkret. «Vor sechs Monaten ist unsere Tochter Lea ins Geschäft eingestiegen», erklärt er, «jetzt haben wir auch eine gute Lösung, was die Nachfolge betrifft, wenn ich mich operativ zurückziehen sollte.» Ein idealer Zeitpunkt also, um das Vorhaben anzugehen.

Für die Hotellerie in der Region ist der Zeitpunkt jedoch ein denkbar schlechter: Die Baselworld steht vor dem Aus, Umsatzeinbussen wegen des Coronavirus führen zu finanziellen Schwierigkeiten (Text oben). «Diese Entwicklungen betreffen uns nur teilweise», sagt van der Merwe. «Unser Kerngeschäft bleibt die präventive Gesundheit. Die Ergänzung um den Geschäftsbereich des Businesshotels soll mittelfristig die steigende Nachfrage aus der Life-Science-Branche bedienen.» Er stellt sich vor, dass das Hotel ein Ort sein wird, an dem sich Mitarbeitende aus nahe gelegenen Firmen treffen, bewegen und übernachten können.

Implenia plant noch grösseres Business-Hotel

Van der Merwe ist nicht der einzige, der im Entwicklungsgebiet Bachgraben eine Chance in der Hotellerie sieht. Der Bauriese Implenia hat Ende 2019 bekannt gegeben, bis im Sommer 2021 auf dem Baselink-Areal ein Hotel mit 210 Zimmern errichten zu wollen. «Die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten nahe beim Arbeitsort ist vorhanden und wurde auch von anderen Anbietern erkannt», meint van der Merwe dazu.

Der Umbau des Centers soll frühestens in einem Jahr beginnen. Um Platz für die neuen Angebote zu schaffen, wird das ganze Gebäude auf eine Höhe von 20 Metern ausgebaut. Der Ausbau ermöglicht gleichzeitig die Sanierung und Erneuerung des Gebäudes.