Synode
Niggi Ullrich stand bei der Präsidiumswahl auf verlorenem Posten

Ungewöhnlicher Auftakt zur ersten Synode der Reformierten Kirche Baselland in der neuen Amtsperiode heute Morgen: Um den Parlamentsvorsitz kam es zu einer Kampfkandidatur zwischen der von der Synode vorgeschlagenen Sandra Bätscher (40) und Niggi Ullrich (60).

Andreas Hirsbrunner
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Niggi Ullrich unterlag der Tenniker Gemeinderätin Sandra Bätscher.

Niggi Ullrich unterlag der Tenniker Gemeinderätin Sandra Bätscher.

Kenneth Nars

Und es wurde, so war der Präsentation der beiden Kandidaten und der anschliessenden, ausgiebigen Diskussion zu entnehmen, eine eigentliche Richtungswahl. Hier die Tenniker Gemeinderätin, die schon seit vier Jahren in der Synode sitzt, langsam an ihr Präsidialamt herangeführt wurde und bodenständige Kontinuität verspricht, dort der Quereinsteiger aus Arlesheim, von Beruf Leiter des Baselbieter Amts für Kultur, der nicht nur Sitzungen leiten will, sondern den öffentlichen Diskurs über die Rolle der Kirche in der heutigen Gesellschaft sucht. Was sich in den zahlreichen kritischen Fragen der Synodalen an Ullrich abzeichnete, wurde nach der geheimen Abstimmung Gewissheit: Sandra Bätscher machte das Rennen um das Synodepräsidium klar mit 47 von 69 Stimmen.

Am Nachmittag ging es weiter mit Kampfwahlen: Zum ersten Mal seit rund 30 Jahren kandidierten mehr Personen um einen Sitz im Kirchenrat (Regierung) als Plätze zu vergeben waren. Geschafft haben die Wahl bei einem absoluten Mehr von 35 Stimmen schliesslich Kirchenratspräsident Martin Stingelin (bisher, 69 Stimmen), Cornelia Hof (neu, 68), Peter Brodbeck (bisher, 67), Christoph Erhardt (bisher, 65), Stephan Ackermann (neu, 64), Matthias Plattner (neu, 54) und Paul Rohrbach (bisher, 44 Stimmen). Nicht gewählt wurden die beiden neuen Kandidaten Frank Lorenz und Marianne Nyfeler mit 26 beziehungsweise 20 Stimmen.