Wahlkreis Sissach
Nirgends im Baselbiet sind die Grünen stärker - die FDP dagegen serbelt

Im Wahlkreis Sissach fällt auf, dass es sich hier um einen guten kantonalen Durchschnitt handelt. Mit einer Ausnhame: Die Grünen sind im Wahlkreis am stärksten.

Simon Tschopp
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So wählte der Wahlkreis Sissach

So wählte der Wahlkreis Sissach

bz Basellandschaftliche Zeitung

Vergleicht man die Stimmenanteile der Parteien im Wahlkreis Sissach mit denjenigen auf Kantonsebene, fällt auf, dass dieser Wahlkreis guter kantonaler Durchschnitt ist. Mit einer Ausnahme: Die Grünen sind im Wahlkreis Sissach am stärksten – 2011 vereinigten sie nach der SVP und der SP am drittmeisten Parteistimmen auf sich. Sie schnitten besser ab, als die Freisinnigen.

Marco Born muss bangen

Die FDP büsste an den Landratswahlen vor vier Jahren stark ein, ihr Stimmenanteil ging von 23,76 auf 18,7 Prozent zurück, und die 2007 noch stärkste Partei im Wahlkreis Sissach rutschte auf Platz vier ab. Mit dem Resultat, dass sie einen Sitz an die SP verlor. Die damalige Sissacher Gemeindepräsidentin Petra Schmidt wurde nicht wiedergewählt und musste ihr Mandat an den Sozialdemokraten Stefan Zemp, ebenfalls aus Sissach, abtreten. Die Grüne Regina Werthmüller profitierte 2011 von Isaac Rebers Wahl in die Regierung. Die erste Nachrückende erbte gleich am Wahltag den Landratssitz von Reber, der als Kantonsparlamentarier auch erneut für die Legislative kandidiert hatte.

An der Sitzverteilung (je 2 SP und SVP, je 1 FDP und Grüne) wird sich im Wahlkreis Sissach am 8. Februar vermutlich nichts ändern. Gefährdet ist jedoch Marco Borns Sitz. Das Enfant terrible der FDP (siehe Spalte rechts) könnte durchaus von einer Parteikollegin oder einem Parteikollegen übertrumpft werden. In Lauerstellung befindet sich Saskia Schenker. Die Politologin ist Leiterin des Polit-Teams der Baselbieter Wirtschaftskammer und hat Born letzten März im Präsidium der FDP Sissach und Umgebung abgelöst. Die SPler Jürg Degen und Stefan Zemp dürften bestätigt werden.

Grüne top, FDP ein Flop

Auch Regina Werthmüller kann einem ruhigen Wahlsonntag entgegenblicken. Sollten die Grünen, die in der Vergangenheit im Wahlkreis Sissach permanent zugelegt haben, weitere Stimmenanteile gewinnen, liegt gar ein zweites Mandat in Griffnähe – am ehesten auf Kosten der FDP. 2011 kamen die Grünen auf 5797 Parteistimmen, die FDP erhielt 5528. Vier Jahre zuvor lagen die Freisinnigen (7030) noch deutlich vor den Grünen (5628). Die Kurven der Grünen und der FDP verlaufen im Wahlkreis Sissach diametral. Blättert man zurück ins Jahr 1995, stehen die Freisinnigen mit 28,11 Prozent stolz an der Spitze vor der SVP und SP. Vier Jahre danach löste die SVP (23,54 Prozent) die FDP als Leaderin ab, die gleich auf 22,53 Prozent abtauchte. 2003 kam es für den Freisinn noch schlimmer: Dieser sah sich nach einem weiteren Rückgang seiner Stimmenanteile auf 20,26 Prozent auf Platz drei wieder, hinter der markant zulegenden SP (27,37 Prozent) und der SVP (26,39 Prozent).

Hatten die Grünen Mitte der 1990er-Jahre noch einen Stimmenanteil von 11,13 Prozent ausgewiesen, steigerten sie sich bis 2011 sukzessive auf 19,6 Prozent. Ob ihr Höhenflug anhält, wird sich in knapp drei Wochen zeigen.