Spitäler
Notfallpraxis im Bruderholz baut Angebot aus

Bruderholzspital: Mit Allschwil/Schönenbuch schliesst sich im Juli bereits der dritte Notfallkreis an. Bilanzieren will man aber erst nach drei bis sechs Monaten.

leif simonsen
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Die Hausärzte in der Notfallpraxis bekommen jetzt Verstärkung aus Allschwil und Schönenbuch. kn

Die Hausärzte in der Notfallpraxis bekommen jetzt Verstärkung aus Allschwil und Schönenbuch. kn

«Etwas gar früh» sei es für eine Zwischenbilanz, meint Tobias Eichenberger, Präsident der Ärztegesellschaft Baselland. Die Notfallpraxis im Bruderholzspital war seit der Eröffnung vor einem Monat nur an acht Wochenendtagen geöffnet. Bilanzieren will Eichenberger zwar erst nach drei bis sechs Monaten – den ungebrochenen Optimismus kann er deswegen aber nicht verbergen. «Ich habe von den Hausärzten bisher nur Positives gehört», berichtet er.

Anfang Februar haben sich die Unterbaselbieter Notfallkreise Binningen/Bottmingen und Birsfelden/Muttenz/Pratteln zusammengeschlossen und den hausärztlichen Notfalldienst ins Kantonsspital Bruderholz verlagert. Von den Synergien profitierten sowohl die Ärzte als auch die Patienten, sagt Eichenberger. Noch wird im Kantonsspital Bruderholz nicht kommuniziert, wie viele Patienten den notärztlichen Dienst nutzen und ob er sich finanziell lohnt: «Eine erste Standortbestimmung mit Berechnung von Durchschnittsfrequenzen und Rentabilität erfolgt nach einem halben Jahr», sagt Rolf Hügli, Ärztlicher Leiter des Bruderholzspitals. Hügli spricht aber von einem sehr «aktiven Betrieb» in den ersten vier Wochen, in welchen motivierte Hausärzte den Notfalldienst wahrgenommen hätten.

Erweitertes Angebot möglich

Mit der Zuversicht dürfte auch ein richtungsweisender Entscheid zusammenhängen. Eichenberger konnte nach langem Verhandeln gestern den Beitritt des Notfallkreises Allschwil/Schönenbuch gegenüber der bz bestätigen. Damit wird ab dem 1. Juli ein dritter Notfallkreis dem hausärztlichen Notfalldienst beitreten.

Währenddem der Direktor des Bruderholzspitals, André Hug, in den Ferien weilt und von den neusten Ereignissen nichts weiss, nahm Rolf Hügli dazu Stellung. «Eichenberger hat sich bei den Verhandlungen richtig ins Zeug gelegt», attestierte er dem Präsidenten der Ärztegesellschaft. Dass nun der dritte von sechs Unterbaselbieter Notfallkreisen dem hausärztlichen Notfalldienst beigetreten ist, öffnet neue Perspektiven. Ist der Dienst derzeit jeweils am Wochenende und an den Feiertagen von 10 bis 21 Uhr geöffnet, könnte die Verstärkung aus dem neuen Notfallkreis einen Ausbau mit sich bringen.

Notfalldienst bald am Donnerstag

Wenn die derzeit 30 bis 40 Hausärzte aus den bisherigen Notfallkreisen Verstärkung bekommen, könne nach und nach eine Erweiterung des Angebots in Betracht gezogen werden, erzählt Hügli. Mit den zusätzlichen rund 12 bis 15 Ärzten aus Allschwil und Schönenbuch wird nun schon ein erster Schritt vollzogen. «Mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit werden wir den Notfalldienst in Zukunft auf den Donnerstag ausweiten», verrät Eichenberger.

Auch wenn zusätzliche Hausärzte einen Angebotsausbau möglich machten, ist das Ziel des Notfalldienstes nicht, die restlichen Notfallkreise des Unterbaselbiets so schnell wie möglich zu integrieren. «Der Dienst muss physiologisch wachsen», warnt Eichenberger. Das (teilweise solothurnische) Leimental funktioniere beispielsweise noch immer sehr gut als autonomer Notfallkreis. Auch mit den anderen beiden Notfallkreisen Aesch/Reinach/Dornach sowie Arlesheim/Münchenstein seien keine Gespräche im Gang, betont der Präsident der Ärztegesellschaft Baselland. «Wir werden abwarten und sie gewiss nicht drängen, beizutreten», verspricht er.

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