Grundstein gelegt
Nun baut die Stiftung eben in Aesch

Ein riesiges Bauprojekt entsteht in Aesch Nord. Für 36 Millionen soll ein neues Fachzentrum für Gehör, Sprache und Kommunikation entstehen. Am Mittwoch wurde der Grundstein gelegt.

Claudia Maag
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Grundsteinlegung Fachzentrum GSR
6 Bilder
Baustelle Gewerbegebiet Aesch Nord
GSR-Stiftungsratpräsident Sven Cattelan gibt dem Kranführer Zeichen
voller Körpereinsatz: Bruno Theiler hilft Sven Cattelan aus der Grube.
Visualisierung des Fachzentrums
Innenanimation des Fachzentrums

Grundsteinlegung Fachzentrum GSR

Claudia Maag

Ein Meilenstein für die Gehörlosen- und Sprachheilschulen der Nordwestschweiz: Am Mittwochmittag wurde der Grundstein für das neue Fachzentrum in Aesch gelegt. Symbolisch vergruben Mitglieder des Fachzentrums für Gehör, Sprache und Kommunikation (GSR) und Vertreter aus Gemeinde und Politik einen silbernen Koffer. Darin befinden sich diverse Unterlagen wie Kinderzeichnungen, die Baubewilligung, der Baurechtsvertrag, Pläne des Gebäudes, zwei Tageszeitungen und sogar ein GSR-Schirm.

2012 kippte die Bevölkerung der Nachbargemeinde Arlesheim ein Neubauprojekt der Stiftung GSR im Gerenmatt-Quartier durch ein Referendum. Ende letzten Jahres legte dann die GSR "ein viel besseres" Projekt auf, wie Stiftungsratpräsident Sven Cattelan damals gegenüber der bz sagte. Im Gewerbegebiet Aesch Nord entsteht ein interdisziplinäres Fachzentrum zur Förderung und Unterstützung von rund 330 Kindern und Jugendlichen mit Spracherwerbs- und Kommunikationsstörungen und/oder einer Hörbeeinträchtigung.

Im Neubau führt die GSR die Sprachheil- und Wielandschule (bisher: Riehen), den Audiopädagogischen Dienst (bisher: Basel), das Autismuszentrum (bisher: Riehen) sowie ihre Geschäftsstelle (bisher: Basel) zusammen. Rund 90 der 110 Mitarbeitenden werden ihren Arbeitsplatz in Aesch haben. Sie können das Gebäude voraussichtlich ab Juli 2017 beziehen. Die GSR plant, den Betrieb im August aufzunehmen (Schuljahr 17/18).

In den modernen und funktionalen Neubau an der Therwilerstrasse 3 - 5 investiert die GSR 36 Millionen Franken. Er wird zwei unterirdische und fünf oberirdische Geschosse umfassen. Die Gebäudemasse betragen 96 mal 45 Meter mit einer Nettonutzfläche von 8300 Quadratmeter. Das entspricht ungefähr einem Fussballfeld. Ein Teil davon wird fremdvermietet. Zonenrechtlich wäre es nicht möglich gewesen in Aesch Nord, das als Gewerbegebiet von kantonaler Bedeutung ausgeschieden ist, einen reinen Schulneubau zu realisieren.

Jeder Mensch hat seine eigene Sprache

Bei der Grundsteinlegung am Mittwoch trotzten rund drei Dutzend Personen der Kälte und teilweise dem Regen. Mehrere Fachleute würdigten die Leistungen der GSR.

Der Aescher Vizegemeindepräsident Bruno Theiler bedankte sich für die "gute, konstruktive Zusammenarbeit" währen der Projektphase. Er wünschte im Namen des Gemeinderates allen am Bau Beteiligten viel Erfolg und eine Bauzeit ohne Unfälle.

„Jeder Mensch hat seine eigene Sprache, diese ist Ausdruck seines Geistes“, sagte Bruno Schlegel, Präsident des Schweizerischen Dachverbandes für Gehörlosen- und Hörgeschädigten-Organisationen (Sonos). Dieser Aussage von Novalis könne man die hohe Bedeutung der Sprache entnehmen. Um gleich noch Fontane zu zitieren: "Das Menschlichste, was wir haben, ist doch die Sprache, und wir haben sie, um zu sprechen."