Gesundheit
Nun lagert auch Baselland Spitäler aus

Die Regierung in Baselland plant öffentlich-rechtliche Anstalten für Akutspitäler und Psychiatrie. Diese sollen 2012 aktiv werden.

Alessandra Paone
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Endlich! Nachdem praktisch alle Kantone ihre Spitäler verselbstständigt haben – oder dies zumindest planen – sollen nun auch die Baselbieter Spitäler wettbewerbsfähig gemacht werden.

Geplant sind per 1. Januar 2012 zwei öffentlich-rechtliche Anstalten – eine für die drei Akutspitäler Bruderholz, Liestal und Laufen und eine für die Kantonalen Psychiatrischen Dienste (KPD). Zudem prüft die Regierung, die Spitalinfrastruktur in eine weitere Gesellschaft auszulagern, wie die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) gestern mitteilte.

Die entsprechende Vorlage ist noch nicht fertig, liegt aber in den letzten Zügen. Gesundheitsdirektor Peter Zwick beabsichtigt, diese noch vor Weihnachten in die verwaltungsinterne und im Januar 2011 «quasi als Neujahrsgeschenk» in die öffentliche Vernehmlassung zu schicken.

Die Vorbereitungsarbeiten sollen aber unabhängig vom politischen Prozess vorangetrieben werden. Hans Schneider, Direktor des Kantonsspitals Liestal, übernimmt die Projektverantwortung. Er wurde deshalb zum leitenden Direktor der Akutspitäler ernannt. KPD-Direktor Hans-Peter Ulmann leitet die Vorbereitungen für die Verselbstständigung der KPD.

Schneider bleibt Direktor in Liestal

Schneiders Aufgabe wird in einem ersten Schritt sein, eine Organisationsstruktur der drei Spitäler zu erarbeiten. Dabei wird er von seinen engsten Mitarbeitern sowie den beiden Standortdirektoren André Hug (Bruderholz) und Rudolf Mohler (Laufen) unterstützt. Zusammen mit den Geschäftsleitungen der drei Spitäler stellt Schneider ausserdem das medizinische Angebot der künftigen Spital-Anstalt zusammen.

Ebenso leitet er den Aufbau der innerbetrieblichen Organisation und entscheidet bei Investitionen von mehr als 300000 Franken. Tarifverhandlungen und Verhandlungen über die Leistungsaufträge sind weitere Aufgaben, die der leitende Direktor gemeinsam mit den Standortdirektoren erfüllt.

Trotz seiner neuen Funktion bleibt Schneider weiterhin auch Standortdirektor in Liestal. Er ist sich bewusst, dass die Projektarbeit viel Zeit beanspruchen wird.

Dennoch ist er zuversichtlich, dass er «an beiden Orten ausreichend präsent» sein wird. «Ich habe zudem das Glück, auf ein sehr gutes Team zählen zu können», so der Spitaldirektor. Die Regierung hat ihm ausserdem erlaubt, eine Stabstelle zu beantragen.

Peter Zwick ist überzeugt, mit Schneider die richtige Wahl getroffen zu haben. «Er ist die Person, die das Schiff zum Fliegen bringen kann.» Bruderholz-Direktor André Hug sei unter anderem als Projektverantwortlicher nicht infrage gekommen, weil auf dem Bruderholz ein Neubau ansteht. «Eine weitere Belastung wäre nicht gut gewesen», betont Zwick. Aber sowohl Hug als auch Mohler hätten sehr positiv auf die gefundene Lösung reagiert.

Bis Ende 2011 bleiben die heutigen Dienstwege und Verantwortlichkeiten der einzelnen Spitäler und der KPD als Dienststellen der VGD bestehen. Die Direktoren und Geschäftsleitungen der vier Institutionen funktionieren also wie bisher.