Baselbiet
Nur noch einen einzigen Anschluss für alle Notfälle

Die Einsatzzentralen von der Baselbieter Polizei, der Sanität und der Feuerwehr sollen zusammengelegt werden. Das wünscht jedenfalls die Baselbieter Regierung. Denn mit einer Zusammenlegung könnte viel Geld gespart werden.

Milena Steiger
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Werktags stehen im Kanton Aargau tagsüber bis zu 25 Ambulanzteams im Einsatz, nachts sind es rund 11 Teams (Symbolbild). Key

Werktags stehen im Kanton Aargau tagsüber bis zu 25 Ambulanzteams im Einsatz, nachts sind es rund 11 Teams (Symbolbild). Key

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Notrufe an die Baselbieter Polizei, Feuerwehr oder Rettungssanität sollen zukünftig alle an dieselbe Einsatzzentrale gelangen. Der Kanton wird nämlich mit der heutigen, getrennten Struktur den Bedürfnissen der Gesellschaft sowie jenen der Blaulichtorganisation nicht mehr gerecht.

Dieser Ansicht ist jedenfalls die Baselbieter Regierung. Sie ist überzeugt, dass eine Zusammenlegung der Blaulichtorganisationen die Qualität der Dienstleistungen erhöhen würde. Mit dieser Stellungnahme beantwortet die Regierung ein acht Jahre altes Postulat von Madeleine Göschke, einer ehemaligen Grünen-Landrätin. Göschke reichte 2006 das Postulat «Zusammenschluss der Anlaufstellen von Sanität und Feuerwehr zu einer einzigen Einsatzzentrale und deren gemeinsamer Betrieb mit Basel-Stadt» ein.

Bei Notrufen geht viel Zeit verloren

Im Baselbiet werden zurzeit drei Zentralen betrieben: die Einsatzleitzentrale der Polizei in Liestal, die im Kanton die erste Anlaufstelle für Notfälle der Polizei und Feuerwehr darstellt und die Notrufe auf die Nummer 112 bearbeitet, zweitens die Verkehrssicherheitszentrale der Polizei in Sissach sowie drittens die Sanitätsnotrufzentrale im Kantonsspital Baselland in Liestal.

Der Betrieb dieser drei Zentralen kostet total gegen zehn Millionen Franken. Mit einer Zusammenlegung könnte Geld gespart werden. Dies vor allem, weil die Gebäude, in denen sich die Einsatzzentralen befinden, nicht mehr der aktuellen Bauweise entsprechen und Stromausfall- und erdbebengefährdet sind. Es sind grössere Investitionen in die Gebäude notwendig.

Die Bevölkerung erwarte, dass die Blaulichtorganisationen rasch, wirkungsvoll und koordiniert handelten. Meist entstehen bei den Zentralen aber Effizienzverluste, wenn Notrufe und Informationen zwischen den drei Zentralen weitergeleitet werden müssen. Solche Zeitverluste entstehen vor allem auch bei Anrufern, die über die Nummer 112 die Rettungssanität alarmieren. Dann muss das Telefonat erst an die Sanitätsnotrufzentrale in Liestal weitervermittelt werden.

Ein weiterer Nachteil ist, dass jene Anrufer, die die Rettungssanität brauchen, eventuell durch das Personal der Einsatzleitzentrale der Polizei fachlich nicht richtig geleitet werden, weil sie nicht das notwendige Fachwissen besitzen.

Keine Zentrale mit Basel-Stadt

Die Baselbieter Regierung möchte bis spätestens 2019 diese gemeinsame Einsatzzentrale für Polizei, Feuerwehr und Rettungssanität, Zivilschutz, Spezialisten und Führungsorgane schaffen. Der nächste Schritt sei die Einsetzung einer interdisziplinären Arbeitsgruppe unter der Verantwortlichkeit der Sicherheitsdirektion.

Landrätin Göschke erwähnte in ihrem Postulat auch, dass es sinnvoll wäre, die Zusammenlegung der entstandenen Einsatzzentrale mit derjenigen von Basel-Stadt zu evaluieren, für eine regional orientierte Zentrale. Die Regierung lehnt dies jedoch nach einer Analyse ab. Hauptgrund sei die Tatsache, dass in beiden Kantonen zu viele verschiedene Gesetze und Verantwortlichkeiten bestünden.