Seltisberg
Oliver Jacobi wird von oberster Stelle gerügt

Tiefbau-Chef Oliver Jacobi hat sich durch sein neues Einfamilienhaus Ärger eingehandelt. Nun rügt ihn gar Baudirektorin Sabine Pegoraro, weil er gegen die Vorschriften verstossen hat.

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Kantonsingenieur Oliver Jacobi und Regierungsrätin Sabine Pegoraro.

Kantonsingenieur Oliver Jacobi und Regierungsrätin Sabine Pegoraro.

Julia Gohl

Die Diskussionen um das neue Einfamilienhaus des Baselbieter Kantonsingenieurs Oliver Jacobi reissen nicht ab. Bereits Ende Januar wurde publik, dass Jacobi beim Bau seines neuen Hauses in Seltisberg die Nutzungsfläche überschritten und die Grenzabstände zu seiner Nachbarin Vera Hasenböhler nicht eingehalten hatte.

Hasenböhler, ehemalige Gemeinderätin von Seltisberg, machte auf diesen Missstand mittels eines Flyers aufmerksam (die bz berichtete). Jacobi hatte sich nachträglich dafür entschuldigt und sein Versäumnis schriftlich gestanden.

Doch nun hat die «Basler Zeitung» herausgefunden, dass Jacobi gegen weitere Auflagen verstossen hat. So hat er für die privaten Umbauarbeiten einen Mitarbeiter des Baselbieter Tiefbauamts aufgeboten, der während seiner regulären Arbeitszeit Mauerarbeiten an Jacobis Haus verrichtete. Gegenüber der Zeitung sagt Dieter Leutwyler, Sprecher der Bau- und Umweltschutzdirektion, dass Chefbeamte wie Jacobi ihre Mitarbeiter nicht für private Arbeiten aufbieten dürfen.

Jacobi rechtfertigt den unerlaubten Einsatz insofern, dass er seinem Mitarbeiter nie einen solchen Auftrag erteilt habe, dieser jedoch in seinem Wissen Jacobis neuartige LED-Pollerleuchte besichtig habe und in diesem Zusammenhang dann gleich auch noch ein faustgrosses Loch in der Mauer geflickt habe. Jacobi habe dafür eine Rechnung erhalten und diese auch bezahlt.

Nichtsdestotrotz wurde er von seiner Vorgesetzten, Baudirektorin Sabine Pegoraro, kritisiert. Ein Verstoss Jacobis gegen die Vorschriften sei «in keiner Weise zu rechtfertigen. Darum erwarte ich (...), dass er die erforderlichen Massnahmen ergreift, damit der Bau den rechtlichen Vorgaben entspricht.» Dieses Vorgehen hat Jacobi bereits angekündigt.

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