Ständeratswahlen 2019
Parteileitung der Baselbieter FDP setzt jetzt doch voll auf Daniela Schneeberger

Es gäbe noch weitere Interessenten, sagte FDP-Präsident Paul Hofer, nachdem die eigene Nationalrätin Daniela Schneeberger in der bz angekündigt hatte, für den Ständerat kandidieren zu wollen. Das kam nicht gut an. Jetzt entschied die Parteileitung doch, nur auf sie zu setzen.

Michael Nittnaus
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Die Thürner FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger will in den Ständerat.

Die Thürner FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger will in den Ständerat.

Martin Toengi

Die Parteileitung der FDP Baselland tagte am Mittwoch vor dem abendlichen Parteitag in Sissach. Dabei fasste das Gremium den Entscheid, dass man den Delegierten kommendes Jahr die Thürner Nationalrätin Daniela Schneeberger als einzige Kandidatin für die Ständeratswahlen vom Herbst 2019 vorschlagen möchte. Dies ergaben Recherchen der bz.

Präsident Paul Hofer bestätigt dies: «Die ganze Parteileitung steht voll hinter Daniela Schneeberger. Sie ist eine exzellente Ständerats-Kandidatin.» Nur sie zur Nomination vorzuschlagen und auf die Einsetzung einer Findungskommission zu verzichten, sei letztlich ein «No-brainer», also die logische Folge gewesen. «Mit ihr haben wir grosse Chancen, den Baselbieter Ständeratssitz endlich wieder zu den Bürgerlichen zu holen», sagt Hofer.

Parteiinternes Kopfschütteln

Ganz so eindeutig klang es Anfang Monat noch nicht, als Daniela Schneeberger in der bz ihre Ambitionen offenlegte. Es gäbe noch weitere Interessenten, sagte Hofer damals. Von voller Unterstützung oder gar Euphorie war beim umstrittenen Parteichef wenig zu spüren. Er verwies bloss formalistisch korrekt darauf, dass letztlich der Parteitag entscheiden werde, mit wem man ins Rennen ums Stöckli steigen will.

Das kam auch parteiintern nicht gut an. «Diese erste Reaktion von Paul Hofer habe ich bedauert», sagt nun auch Parteileitungsmitglied und Landrätin Saskia Schenker auf Anfrage. «Für mich war es von Anfang an keine Frage, dass Daniela Schneeberger unsere Kandidatin sein muss.» Diese Haltung habe sie auch an der Sitzung der Parteileitung vertreten, so Schenker. Dort habe sie damit offene Türen eingerannt – bei allen.

Hofer selbst will seine erste Reaktion gegenüber den Medien nicht als Zögern oder gar Ablehnung verstanden wissen: «Ich habe in den vergangenen Monaten immer wieder Gespräche mit Parteimitgliedern geführt und sie generell nach ihren Ambitionen gefragt. Bevor ich nun hinstehe und Daniela Schneeberger öffentlich als einzige Kandidatin proklamiere, wollte ich mit jenen, die sich für eine Ständeratskandidatur interessierten, erst nochmals sprechen. Ich wollte verhindern, dass sich jemand veräppelt fühlt.» Wer diese Interessenten waren, möchte Hofer nicht offenlegen. Bekannt war einzig das Interesse von Landrat Balz Stückelberger, der sich nach Schneebergers Entscheid aber sofort aus dem Spiel nahm. Denkbar wäre noch, dass die abtretende FDP-Regierungsrätin Sabine Pegoraro mit dem Stöckli geliebäugelt hat.

Doch dieser Zug ist nun abgefahren, auch wenn Hofer einmal mehr betont, dass am Nominations-Parteitag selbst, der erst kommendes Jahr stattfinden werde, noch spontane Kandidaturen möglich seien. Daran glaubt jedoch kaum jemand. Klartext redet Parteileitungsmitglied und Landrat Marc Schinzel: «Wer sonst hätte bei uns denn bessere Chancen, den Sitz zu holen, als Daniela Schneeberger? Niemand.» Sie eigne sich bestens, um den Kampf aufzunehmen gegen die voraussichtlichen Mitbewerber Eric Nussbaumer (SP) und Maya Graf (Grüne). Landrat Rolf Richterich, ebenfalls Mitglied der Parteileitung, hält in Anspielung an den neuen Partei-Slogan ("macht Sinn - Freisinn") fest: «Der Entscheid, voll auf Daniela Schneeberger zu setzen, macht Sinn. Ich sehe keine andere Lösung.»

Schneeberger mit leiser Kritik

Auch die Vielgelobte selbst ist zuversichtlich: «Ich habe eine Chance, brauche aber den vollen Support meiner Partei», sagt Schneeberger. Ob sie diese Unterstützung vor allem vom Parteipräsidenten zuletzt vermisst hat, möchte Schneeberger nicht kommentieren, sagt aber: «Ich freue mich, dass jetzt die Parteileitung diesen Entscheid gefällt hat und Paul Hofer ihn mitträgt.»