Randale
Partygäste versuchten, Chaoten zu besänftigen

Nach den Randalen auf dem Voltaplatz schildert ein Partygast die Ereignisse aus seiner Sicht. Eigentlich war ein friedlicher Anlass geplant. "Ein Typ hat plötzlich begonnen, Autoreifen anzuzünden. Dann ist die Party eskaliert."

Madlaina Balmer
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Eine Besucherin, die anonym bleiben möchte, erzählt, wie sie die Party erlebt hat: «Bis gegen zehn Uhr ist es auf dem Areal des Voltaplatzes eher ruhig gewesen, wir haben uns unterhalten und nur wenige haben zur Musik getanzt.» Viele hätten nicht gewusst, dass der Verein Wasserstrasse auf dem Platz auf seine Interessen aufmerksam mache.

Nach und nach seien immer mehr Leute gekommen. Sie seien auf dem Heimweg von der Disco dazugestossen. «Es waren sehr unterschiedliche Leute vor Ort, nicht nur Leute aus der linken Szene.» DJs hätten an dem Abend Musik aufgelegt und es sei eigentlich sehr ruhig gewesen.

Die Feier eskaliert

«Am späten Abend hat ein Typ plötzlich angefangen Autoreifen anzuzünden, die er auf der Baustelle daneben gefunden hatte.» Partygäste hätten versucht, ihn daran zu hindern, doch dies habe nichts genützt, berichtet die Frau. «Als die Musik kurz ausging, begannen auf einmal einige Leute zu randalieren.»

Die Gruppe sei auf die andere Seite der Strasse gerannt und habe auf die Fensterscheiben von gegenüberliegenden Geschäften eingeschlagen. «Bis die Scheiben krachten, gab es kein Problem mit der Polizei», erzählt die Kontaktperson. Auf dem Platz sei es daraufhin ganz still geworden. Man habe sogar gehört, wie ein Anwohner auf seinem Balkon telefonisch die Polizei alarmierte. Danach sei es zu einem Gerangel gekommen, weil einige der Gäste, die Randalierer angriffen.

Viele hätten daraufhin die Party verlassen. «Leider machen sich die Randalierer keine Gedanken, dass diese Aktion auch politische Folgen hat», fügt die Teilnehmerin an. Diese Aktion werfe ein schlechtes Bild auf politisch links eingestellte Personen. Veranstaltungsteam, Partygäste und Chaoten würden in denselben Topf geworfen. «Das ist sehr schade.»

Bewohner distanzieren sich

«Wir haben damit nichts zu tun», erklärt eine Bewohnerin der Wasserstrasse. Sie selbst habe nicht an der Party teilgenommen. Sie befürworte das Projekt des Vereins Wasserstrasse, das günstige Wohnräume im St.-Johann-Quartier erhalten will. Im Mai hat der Verein einen Aussichtsturm und eine Sitzgelegenheit auf dem Voltaplatz errichtet und so auf seine Interessen aufmerksam gemacht. Diese illegalen Bauwerke wurden gestern geräumt.